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17.03.2012

09:23 Uhr

Dutschke spricht

Helden braucht das Land

VonMarek Dutschke

Es hat eine verheerende Wirkung, wenn wir den Investmentbanker als neuen Leitwolf unserer Gesellschaft verstehen. Trotz der Folgen der Finanzkrise hat diese Berufsgruppe nichts dazu gelernt.

Rudi-Marek Dutschke – Dutschke spricht. Marek Dutschke, geboren 1980, ist der Sohn von Rudi Dutschke.

Rudi-Marek Dutschke – Dutschke spricht. Marek Dutschke, geboren 1980, ist der Sohn von Rudi Dutschke.

Am Mittwoch hat Greg Smith, ein Derivatehändler von Goldman Sachs, seine Kündigung eingereicht. Er beklagte öffentlich, dass die Kultur des Profitmaximierens zu Lasten der Kunden geht. In einem Meinungsartikel in der New York Times schreibt er, dass es bei Goldman Sachs nur noch darum geht, wie man möglichst viel Geld an den Geschäften mit ihren Kunden verdienen kann und nicht, wie man Klienten richtig berät.

Klienten werden so zu Aktienkäufen gedrängt, die eigentlich nicht in ihrem Interesse sind und die nur dazu dienen, möglichst viel für Goldman Sachs abzuwerfen. Natürlich könnten wir diese moralische Empörung als Frust eines mittleren Managers abtun, der nach zwölf Jahren in der Firma nicht richtig nach vorne gekommen ist und „nur“ 500.000 Dollar im Jahr verdient. Vielleicht denkt er wirklich, dass er durch seine öffentliche Auseinandersetzung mit Goldman Kapital schlagen kann – als Gast im Kabelfernsehen oder mit einem provokativen Buchtitel.

Doch ich bin mir sicher, dass es stimmt, was er beklagt. Er wird auch nicht der einzige Mitarbeiter bei Goldman sein, der so denkt - nur der einzige, der es öffentlich ausspricht. Trotz der Folgen der Finanzkrise haben die Investmentbanker nichts dazu gelernt. Von Demut und Zurückhaltung keine Spur.

Es geht ihnen nach wie vor ausschließlich darum, wie viel Geld in die Kasse kommt. Moralische Überlegungen spielen keine Rolle. Wahrscheinlich würde Goldman Sachs auch heute wie damals bei den EU-Beitrittsverhandlungen die finanziellen Dokumente der Griechen wieder manipulieren.

Die Politik hat die Möglichkeit verpasst, eine nachhaltige Umerziehung durchzusetzen. Sie hätten im Nachgang der Bankenrettung eine Deckelung der Manager-Boni und weitere Mechanismen einführen können, um die Profitgier einzudämmen.

Kommentare (29)

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PUUC20122016

17.03.2012, 10:51 Uhr

Zunächst einmal war Mitt Romney nicht bei Bain Capital beschäftigt, sondern er hat das Unternehmen mitgegründet. Zweitens war er in der Private Equity Branche sowie als Unternehmensberater tätig, nicht aber im Investmentbanking. Das sind zwei Paar Schuhe. Und dieser Elitenhass in Deutschland ist furchtbar.

Account gelöscht!

17.03.2012, 11:28 Uhr

ja der elitenhass ist furchtbar, weil sie aber auch nichts taugen die eliten.schon allein das wort eliten, wer ist das die elite? sind das reiche menschen oder besonders kluge? der begriff ist zuerstmal gar nicht definiert, also kann es auch keinen elitenhass geben.

aber falls sie sich darüber wundern das banker, politiker und andere mächtige personen beim volk (also der mehrheit, den 99%) nicht gut angesehen sind, dann hat das schon seine gründe.

es sind die eliten die permanent kriege vom zaun brechen, die das wtc gesprengt haben, die die umwelt verschmutzen, uns alle mit vergifteten lebensmittel krank machen, uns eine krise bescheren die nie mehr aufhören wird, es sind die eliten die die demokratie korrumpieren indem sie uns ungerechtfertigt permanent unsere freiheiten beschneiden, gegen unseren ausdrücklichen willen handeln, es sind eliten die um des profites willen menschen und ihr leben konsumieren.

aber ich bin natürlich bei ihnen der elitenhass ist furchbar, aber ich sage ihnen eines das ist den eliten egal denn sonst würden sie anders handeln. und wissen sie was auch furchtbar ist? menschen die diejenigen in schutz nehmen von denen sie schamlos ausgenutzt werden.

PUUC20122016

17.03.2012, 11:51 Uhr

ungerecht ist, dass in einer demokratie jeder zu wort kommt, selbst idioten, die keine ahnung haben, wovon sie reden. man sollte einen iq test einführen, um diejenigen auszusortieren, denen man nicht zutrauen kann, dass sie verstehen, worüber sie abstimmen.

wir brauchen eine meritokratische gesellschaft, in der leistungsbereitschaft, intelligenz und fleiß als positiv empfunden werden.

und wie verschmutzt denn bitteschön ein investmentbanker die umwelt? der fährt nicht mehr und nicht weniger auto als jeder andere durchschhnittsbürger.

und amerika braucht einen mann als präsidenten, der etwas von finanzen versteht. der marode haushalt der us-regierung schreit förmlich nach einen sanierer. obama als jurist ist da ungeeignet. romney mit einem MBA zusätzlich zum Jura-Abschluss ist da viel besser qualifiziert.

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