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05.05.2012

16:39 Uhr

Dutschke spricht

Kasinos in der Krise

VonMarek Dutschke

Zwei der größten Kasinos der USA stehen nach der Finanzkrise vor dem Aus. Die Angst der Betreiber - zwei Indianerstämme - vor einer Enteignung ist groß. Der weiße Mann könnte hier zu seiner historischen Schuld stehen.

Rudi-Marek Dutschke – Dutschke spricht. Marek Dutschke, geboren 1980, ist der Sohn von Rudi Dutschke.

Rudi-Marek Dutschke – Dutschke spricht. Marek Dutschke, geboren 1980, ist der Sohn von Rudi Dutschke.

Wer etwas Zeit im Nordosten der USA verbracht hat, wird vielleicht das eine oder andere Mal mit dem Auto zwischen Boston und New York unterwegs gewesen sein. Entlang dieser Strecke begegnet Autofahrern relativ viel Werbung für zwei Spielkasinos. Das Foxwoods und das Mohegan Sun Kasino sind nur zehn Meilen voneinander entfernt. Beide liegen im Bundesstaat Connecticut und sind Herzstücken zweier Indianderreservate. Eigentümer und Betreiber sind der Mashantucket Pequot und der Mohegan Stamm. Friedliche Nachbarn waren diese beiden Stämme noch nie. Jetzt konkurrieren sie, um die schwindende Zahl von Zocken in ihre Spielhöllen zu locken.

Vor fast genau 375 Jahren standen sie sich als Kriegsgegner gegenüber. Die Mohegan unterstützten die englischen Milizen. Am 26. Mai 1637 legten sie das Dorf Misistuck vom Stamm der Pequot in Schutt und Asche. Im sogenannten „Mystic Massaker“ kam ein Viertel des Stammes um. Etwa ein Jahr später mussten die Pequot gänzlich kapitulieren. Die Überlebenden flüchteten oder wurden als Sklaven in die Karibik verfrachtet, um auf Zuckerplantagen zu schuften. Lediglich eine Handvoll Pequot hat den Krieg mit den Briten und den Mohegan in deren Stammland überlebt.

Für die Indianerreservate war die Errichtung von Spielkasinos Anfang der neunziger Jahre eine Goldgrube. Reservate sind eigenständige Hoheitsgebiete und damit nicht an Glücksspielverbote in einzelnen Bundesstaaten gebunden. Die Amis strömten nur zu gern in die Indianerkasinos. Aus den armseligen und heruntergekommenen Reservaten wurden kapitalstarke Boomgegenden. Die Pequot bauten prächtige Wohnanlagen, ein Krankenhaus, diverse Sportstätten und sogar ein 225 Millionen Dollar teures Museum über die Stammesgeschichte. Das Geld floss nur so rein. Die Pequot zahlten allen volljährigen Stammesmitgliedern eine jährliche Dividende von 100.000 Dollar.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

06.05.2012, 09:24 Uhr

"Die historische Schuld des weißen Mannes sollte nun auch eine wirtschaftliche Milde mit sich bringen."

Aha, Deutschlands Linke hat ein neues Exportgut ermittelt, sie möchte den deutschen Schuldkomplex nach Amerika exportieren. Viel Erfolg dabei.

aponative

06.05.2012, 11:00 Uhr

dutschke junior is doch nich links,eher das handelsblatt und seine neoliberale tröter,die ihm eine mitleidskolumne spendieren

man sollte naiv naiv nennen dürfen.

je weniger spielhöllen existieren um so besser

ganz wenig gewinnern stehen milliarden verlierer gegenüber.

die amis sollten mal ihren genozid glaubwürdig aufarbeiten,dann kann ein schmock wie dutschke mit
wichtigem seine zeilen füllen

Warcraft3

06.05.2012, 14:05 Uhr

Was will mir das sagen? Feuerwasser und Spielhölle, mehr geht nicht bei Indianern und das soll man jetzt tolerieren? Der Artikel ist falsch aufgezogen, Hr. Dutschke. Man hätte lieber die heute immer noch anhaltende Ausgrenzung der Indianer zum Thema machen sollen, die nur die Besetzung von Rand-Wirtschaften möglich macht, wie z.B. Kasinos und sonstigen Müll, insbesonder Atommüllendlager.

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