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21.07.2012

17:46 Uhr

Dutschke spricht

Mitt Romney, ein Verbrecher?

VonMarek Dutschke

Mitt Romney ist Lügner, der, ohne zu zögern, bereit ist, Wahlkampfspenden von korrupten Bankern anzunehmen. Neue Erkenntnisse über seine Machenschaften könnten ihn sogar die Präsidentschaftskandidatur kosten.

Rudi-Marek Dutschke – Dutschke spricht. Marek Dutschke, geboren 1980, ist der Sohn von Rudi Dutschke.

Rudi-Marek Dutschke – Dutschke spricht. Marek Dutschke, geboren 1980, ist der Sohn von Rudi Dutschke.

Nächste Woche wird Mitt Romney nach Europa fliegen, um dort staatsmännisch seine außenpolitischen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Darüber hinaus sind auch zwei Wahlkampfveranstaltungen vorgesehen, bei denen er große Wahlkampfspenden eintreiben möchte.  Diese Veranstaltungen werden von mächtigen amerikanischen Bankern organisiert.

Eine der Veranstaltungen wurde mit Hilfe von Bob Diamond organisiert, der inzwischen zurückgetretene CEO von Barclays. Er soll seine Mitarbeiter dazu angestiftet haben, den Interbankenzinssatz Libor zu manipulieren. Anscheinend haben Vertreter der wichtigsten Großbanken sich dahingehend abgesprochen, die Zinssätze so beeinflussen, dass ihre Geschäfte besser laufen, möglicherweise auch zum Nachteil ihrer Kunden. Obwohl Diamond nicht länger mit seinen Namen als Veranstalter auftritt, ist wieder einmal die Nähe der Politik zum Privatsektor ein großes Politikum.

Der US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney ist das Sinnbild dieser gefährlichen Nähe zum Privatsektor. Romney geht damit auf Stimmenfang, dass seine Erfahrungen in der Geschäftswelt eine ideale Qualifizierung für das höchste Staatsamt sind. Er gibt an, als CEO von Bain Capital, einem Finanzinvestor, marode Unternehmen saniert und Arbeitsplätze geschaffen zu haben. Genau das also, was die USA jetzt braucht und er leisten kann.

Allerdings sind jetzt Dokumente zum Vorschein gekommen, die seine Bilanz als Chef von Bain Capital schmälern könnten. Romney hat stets gesagt, er sei im Februar 1999 bei Bain ausgestiegen, um die Winterolympiade im Mormonenbundesstaat Utah vorzubereiten. Die Dokumente belegen aber, dass er bis 2002 weiter als CEO und alleiniger Eigentümer von Bain bei der Securities and Exchange Commission (SEC) eingetragen war, einer Börsenaufsichtsbehörde. In dieser Funktion hat er während dieser Zeit auch ein sechsstelliges Gehalt bezogen. Auf den ersten Blick mag das nicht sehr spektakulär sein. Aber genau in die umstrittenen Jahre, fallen eine Reihe von Investitionen, die für Romney sehr unbequem sind.

Kommentare (19)

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21.07.2012, 18:21 Uhr

Dutschke, stecken sie bis zur Hüfte im Hintern von Obama - und können trotzdem schreiben ?

kit_fisto

21.07.2012, 18:33 Uhr

Ich hatte den Grand-Old-Party-Kandidaten-Wettstreit im Winter sehr aufmerksam verfolgt, und ich muss sagen, die haben mich nicht soo sehr viel mehr zum lachen gebracht als Mappus, Seehofer, Beck und Wowereit.

Mitt "Flip-Flop" Romney ist einfach zu schön, männlich, für einen Politiker echt cool, zu reich und das perfekte Chameleon dass den Leuten sagt was sie hören wollen, als dass er von der Mehrheit nicht gewählt werden würde.

Rick Perry vergaß live den Dritten (!) Punkt seines genialen Staatsapparats-Verschlankungsplans, Rick Santorum wollte den Staat auch in den Schlafzimmern der Bürger sehen (wörtlich), und Newt Gingrich stellte begeistert seine Pläne für den Bau einer US-Mondbasis vor.

Der einzige Vernünftige, der seiner Philosophie und Kritik am US-Establishment erwiesener Maßen über Jahrzehnte treu blieb, und der die Wallstreet-Krise, Dollar-Inflation, Mittelstands-Vernichtung und die Implikationen der Militär-Interventionen voraussagte und einsam mahnte, war Ron Paul.

Und jetzt passierte folgendes - man glaubt es nicht, aber ich hab's gesehen - Die Ergebnisse von Umfragen oder Vorwahlen in US-Bundesstaaten wurden von TV-Stationen (egal ob NBC, ABC, CNN oder Fox) berichtet, und man nannte Platz 1, Platz 3, Platz 4 - Kein Witz! Ron Paul wurde entweder ignoriert, oder die eine Woche zum Rassisten, die nächste zum Anti-Semiten, die darauf folgende zum Pazifisten (der einzige Kandidat der gedient hatte), zum 9/11-Leugner und als zu alt und krank diffamiert.

Über Mitt Romney muss man angesichts dessen eigentlich überhaupt nichts mehr sagen, er ist Status Quo, er ist der Kandidat der US-Eliten, der Lobbyisten der Wallstreet, ein Lügner und Amerikanischer Putin.

Eurowahn

21.07.2012, 18:33 Uhr

Obama wurde damals als großer Heilsbringer gefeiert. Mir war klar, dass er das nie sein würde. Wurde doch auch sein Wahlkampf zum großen Teil von der Wall Street gesponsort.
So lange, wie in den USA, Politik und Banken (gerade durch Wahlkampfspenden) so eng miteinande verknüft sind, wird es nie eine Regulierung der Banken, oder einschneidende Veränderungen zum Nachteil der Zockerbanken geben. Die Wallstreet bestimmt, wer US-Präsident wird, so war es in der Vergangenheit und so wird es wohl auch leider bleiben.

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