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24.11.2012

17:58 Uhr

Dutschke spricht

Real Madrid und die europäische Misere

VonMarek Dutschke

Der spanische Fußballclub ist hochverschuldet – und ein Beispiel für die Probleme in Europa. Denn wer haftet für die spanischen Banken, bei denen Real Madrid verschuldet ist? Genau: der deutsche Steuerzahler.

Rudi-Marek Dutschke – Dutschke spricht. Marek Dutschke, geboren 1980, ist der Sohn von Rudi Dutschke.

Rudi-Marek Dutschke – Dutschke spricht. Marek Dutschke, geboren 1980, ist der Sohn von Rudi Dutschke.

Wer diese Woche das Geschacher über den EU-Haushalt verfolgt hat, wird letzte Hoffnungen auf eine umfangreiche Reform der Ausgaben für die nächsten Jahre begraben haben. Die überbezahlten und steuerbefreiten Brüsseler Beamten, der Milliardenwahnsinn bei den Subventionen in Landwirtschaft und Fischerei sowie die völlig unsinnige Doppelung des Parlaments sind nur einige der europäische Absurditäten. Sie halten sich allerdings unbestritten über Jahrzehnte. Doch darüber will ich gar nicht weiter schreiben. Heute geht es um die Fußball Champions League.

Die Mannschaften der spanischen Liga dominieren den europäischen Fußball in großem Ausmaß. Nichtsdestotrotz ist der spanische Fußball notorisch hoch verschuldet. Die Schulden aller spanischen Mannschaften der ersten Liga belaufen sich auf ungefähr 3,5 Milliarden Euro. Darüber hinaus schulden die Vereine dem Staat über eine Milliarde an ausstehenden Steuern.

Einen Teil dieser Schulden hat der spanische Staat bereits erlassen. Nett interpretiert kann das als staatliche Unterstützung für die von Pleite bedrohte Primera Division gesehen werden, aber eigentlich ist es massive Wettbewerbsverzerrung. Als der FC Valencia am Dienstag in der 77. Minute das 1:0 gegen die Bayern schoss, habe ich mir angstvoll überlegt, dass ich ja als deutsche Steuerzahler für Valencia hafte, also im Klartext dafür einstehe, dass der Verein weiterhin die teuersten Gehälter und Ablösesummen der Welt zahlen kann und damit einen Spitzenkader unterhält. Am Ende des Spiels gab es Gott sei Dank ein Unentschieden, aber das mulmige Gefühl blieb.

Die Vereine der spanischen Primera Division haben massive Schulden bei spanischen Banken. Kurz bevor einige Banken unter den Rettungsschirm geflüchtet sind, hatte eine Madrider Sparkasse dem bereits hoch verschuldeten Real Madrid über 70 Millionen Euro geliehen. Diese Sparkasse musste später mit Milliarden gerettet und als eine von mehreren Geldhäusern zur „Bankia“ fusioniert werden. Die Bankia ist nun unter dem Rettungsschirm, und der deutsche Steuerzahler haftet auch für die Schulden eines des einnahmenstärksten Fußballvereins der Welt.

Kommentare (13)

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Schaarschmidt

24.11.2012, 19:33 Uhr

"Brot und Spiele" deshalb wurden den Klubs Schulden erlassen.Und in der Wirtschaft,da kauft ein hochverschuldeter Konzern Hoch-Tief durch Bankkredite per feindliche Übernahme.
Und wer bürgt jetzt für die Kredite?

SchlussMitPopulismus

24.11.2012, 19:43 Uhr

Gerade in einem Wirtschaftsmagazin hätte ich mehr Kompetenz und weniger Populismus in dieser Thematik erwartet. Der Schuldenstand für sich alleine ist kaum aussagekräftig. Und es unterlaufen auch andere Fehler, so zahlt Valencia mitnichten die höchsten Ablösen oder Gehälter. Im Gegenteil: Die Gehälter wurden in den letzten 5 Jahren kontinuierlich gesenkt (08/09 65mio -> 12/13 53mio) und Stars wie Villa, Silva oder Mata wurden verkauft.

Account gelöscht!

24.11.2012, 21:45 Uhr

Aber, der Real Madrid spielt bei der Bundesliga seit 2001 oder? Spanischer Fußball schuldet Staat eine Milliarde!
In Spanien zahlt kein Fussballklub Steuer.
(Ausnahme FC Barcelona) Einfach lesen bei:
http://www.mdr.de/fakt/fussball-spanien100.html
Oder,fragen Sie beim Vorstand von Bayern München nach.

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