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08.12.2012

10:38 Uhr

Dutschke spricht

Segregation an deutschen Schulen?

VonMarek Dutschke

In den USA ist die Rassentrennung schon lange aufgehoben, dennoch herrscht sie de facto an vielen Schulen weiter. Eine ähnliche Entwicklung gibt es in deutschen Großstädten – mit gefährlichen Folgen.

Rudi-Marek Dutschke – Dutschke spricht. Marek Dutschke, geboren 1980, ist der Sohn von Rudi Dutschke.

Rudi-Marek Dutschke – Dutschke spricht. Marek Dutschke, geboren 1980, ist der Sohn von Rudi Dutschke.

Das amerikanische Oberste Gericht hat 1954 in dem wegweisenden Urteil Brown vs. Board of Education die Rassentrennung in öffentlichen Schulen aufgehoben. Doch als dann die Schulen in den nachfolgenden Jahren wirklich integriert wurden, sind viele weiße Eltern entweder in die Vororte gezogen oder haben ihre Kinder in so genannte Segregation Academies eingeschrieben. Auf diese Privatschulen konnte lange Zeit die Segregation aufrechterhalten werden und dies wirkt bis heute nach.

In den Süden der USA sind immer noch achtzig Prozent aller Schüler auf Privatschulen weiß. Das führt dazu, dass so gut wie keine Minderheitengruppen an diese Schulen zu finden sind – de facto herrscht dort immer noch die Rassentrennung. Dabei haben Studien belegt, dass in den siebziger und achtziger Jahren, dem Höhepunkt dieser Integrationsmaßnahmen, sich der Bildungserfolg der Afroamerikaner dem der Weißen spürbar angenähert hat – ohne dass die weißen Schüler davon gebremst worden wären. Doch inzwischen wird von einer neuen Segregation gesprochen, da diese unpopulären Integrationsmaßnahmen seit dem Anfang der neunziger Jahre immer weiter zurückgedrängt worden sind.

Auch in Deutschland sind solche Phänomene im Bildungssystem nicht unbekannt. Ralf Dahrendorf hat bereits in den sechziger Jahren auf den erschreckend niedrigen Anteil von Arbeiterkindern an deutschen Universitäten hingewiesen. Er hat festgestellt, dass im dreigliedrigen Schulsystem die Herkunft und das Elternhaus ausschlaggebend für den Bildungserfolg sind. Daran hat sich bis heute wenig geändert, nur dass wir statt über nun auch verstärkt über Migrantenkinder diskutieren.

Letzte Woche haben Forscher des Sachverständigenrates deutscher Stiftungen für Integration und Migration eine Studie vorgestellt, wonach „knapp jede fünfte der 108 untersuchten Berliner Grundschulen im Schuljahr 2011/12 einen mehr als doppelt so hohen Anteil ausländischer Schüler aufwies wie ihr zu gehöriger Schulbezirk. Dagegen hatte jede vierte Grundschule einen geringeren Anteil an ausländischen Schülern als ihr jeweiliger Schulbezirk.“

Kommentare (44)

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08.12.2012, 11:35 Uhr

Diese Eltern haben schlichtweg ANGST um ihre Kinder. Denn NATÜRLICH ist das Umfeld eines Kindes ganz massgeblich entscheidend, wie der weitere evolutionäre Verlauf von ihm stattfindet.

Und da sehen sich die Eltern nunmal mit der REALITÄT konfrontiert:

* Schüler, die oftmals kaum Deutsch kennen, stellen die Mehrheit. Wenn sie Deutsch könnten, sprechen sie es trotzdem nicht, da die Mehrheit entscheidet. Man ist 'unter sich', stellt die EIGENEN Regeln auf (was die deutsche Politik hierfür übrigens vor lauter Gutmenschenanbiederei stark UNTERLÄSST). Das eigene, deutsche Kind ist somit aber AUSGEGRENZT. Wie fühlt es sich wohl?

* trotz aller politischer Leugnung und medialer Hirnbetünchung gibt es nunmal UNTERSCHIEDLICHE KULTUREN. Während Sie geneigt sind, anstehende Themen mittels Intellekt und Diskussion zu regeln, zeigt sich da nunmal eine oftmals ARCHAISCHE Art und Weise, die mit deutlich primitiverer Handhabung a'la "Was guckst Du Spacker, hau Dir in Fresse, mann!" die Dinge regelt.

Wenn Sie ihr Kind in solche Millieus geben, wird dieses Umfeld Ihr Kind erziehen. Sofern Ihnen naheliegt, die kulturelle Errungenschaft Ihrer Ahnenlinie in einen solcher Art abrupten Richtungsschwenk zurück zu drehen - nur zu.


Die Politik sollte endlich aufwachen, verbindliche REGELN und ANFORDERUNGEN stellen - und zwar nicht nur 'was wollt IHR denn?', sondern eben auch DEUTSCHER Art und Weise entsprechend.

Elementarster Grundaspekt wäre die Verpflichtung zur GEMEINSAMEN DEUTSCHEN SPRACHE im öffentlichen Raum. Wenn das nicht kommt, werden die Werbeplakate in 15 Jahren primär auf TÜRKISCH geschrieben sein.

Account gelöscht!

08.12.2012, 11:37 Uhr

ausländischer Schüler
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Falsch Herr Dutschke
Es geht nicht um "ausländische" sondern um türkische Schüler.
So lange Elternhäuser dieser türkischen Kinder jede Integration ablehnen, so lange wird das auch so bleiben.
Der Deutsche Staat investiert Millionen über Millionen für Sprachkurse, Integrationskurse etc. für die türkische Klientel, aber ein Großteil dieser Menschen will gar nicht. Und so kommte es eben, dass türkische Kinder in den Schulen mangels deutscher Sprache einen guten Uterricht nicht möglich machen.
Wem also will man es verdeken, dass Eltern sih dann andere Schulen suchen?
So lange keine Sanktionen gegen diese Eltern verhängt werden, wird sich dran auch nichts ändern.
Also bitte sachlich und wahrhitsgemäß berichten und nicht wieder, wie Sie es tun, irgendwas in die Welt setzten was man den Deutschen dann mal wieder als ausländerfeindlich vorwerfen kann
Im übrigen suchen auch türksiche Eltern, die bestens inegriert sind für ihre zunehmend Schulen ohne diese unwillige türksiche Klientel. Auch das sollten Sie beachten

svebes

08.12.2012, 12:45 Uhr

Herr Dutschke das ist wieder so ein psyeudoakademisches Geschwafel das mit irgendwelchen parallelwelt Statistika Fundament bekommen soll. Die harte Wirklichkeit sieht einfach anders aus. Warum nehmen viele klar denkende ausländische Eltern ihre Kinder von diesen Schulen verziehen mit diesen in Viertel ohne tägliche tätliche Angriffe und gesundem Anteil? Wenn Sie Multikulti, das nur von der deutschen Seite verständnisvoll gelebt werden soll, so toll finden, dann gehen Sie doch nach Duisburg Meiderich, oder Gelsenkirchen, oder, oder, um dort etwas für den Prozentsatz zu tun. Kleiner Tipp von einer dort noch arbeitenden Grundschullehrerin - absolvieren Sie vorher ein solides Nahkampftraining. Diese Lehrerin war innerhalb eines halben Jahres komplett desillusioniert und versuchte dann ganz schnell sich versetzen zu lassen.
Kommen sie mal aus ihrem Paralleluniversum auf die Erde, dann kann man weiterdiskutieren.

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