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26.05.2012

14:33 Uhr

Dutschke spricht

The War on Women

VonMarek Dutschke

Frauen werden in den USA noch immer stark benachteiligt. Das reicht von überteuerten Konsumprodukten für Frauen bis hin zur restriktiven Abtreibungsrichtlinien. Beim Schutz der Frauen hinken die Amerikaner uns hinterher.

Rudi-Marek Dutschke – Dutschke spricht. Marek Dutschke, geboren 1980, ist der Sohn von Rudi Dutschke.

Rudi-Marek Dutschke – Dutschke spricht. Marek Dutschke, geboren 1980, ist der Sohn von Rudi Dutschke.

In der Frauenpolitik gibt es ernsthafte Probleme, auf die wir unser Augenmerk richten müssen. Im amerikanischen Wahlkampf werfen demokratische Politiker den Republikanern vor, dass sie ein „war on women“ betreiben. Aus frauenpolitischen Richtungskonflikten gleich einen Krieg zu machen, ist natürlich den schrillen Wahlkampftönen geschuldet. Aber tatsächlich ist es so, dass die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau in den USA nur völlig unzureichend realisiert ist.
Die Benachteiligungen für Frauen fangen beim Geld an. Eklatante Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen sind hinlänglich bekannt. Untersuchungen zeigen immer wieder, dass Konsumprodukte für Frauen teurer sind als ähnliche Produkte für Männer. In Kalifornien wurde ermittelt, dass Frauen im Durchschnitt 1.351 Dollar im Jahr mehr für ihre Produkte bezahlen müssen als Männer. Als Konsequenz wurde 1996 in Kalifornien das sogenannte „gendered pricing“ verboten.

2010 hat das Consumer Reports Magazine ermittelt, dass sich trotz des Verbots leider wenig verändert hat. Egal ob Deo, Rasierschaum oder andere Hygieneprodukte - die Produkte die auf Frauen ausgerichtet sind, waren teurer. Aber nicht nur die Wirtschaft profitiert von der Ungerechtigkeit. Nein, auch der Staat hält bei Frauen stärker die Hand auf. Zum Beispiel wird der Import von Turnschuhen für Frauen mit zehn Prozent stärker besteuert als der von Männer-Turnschuhen - 8.5 Prozent. Viele andere Beispiele zeichnen ein ähnliches Bild. Gerade bei Produkten, die in großen Mengen importiert werden, wird der „woman tax“ angesetzt.
In den USA flammt gerade wieder die Debatte über das Recht der Frau zur freien Bestimmung über ihren Körper auf. In einigen republikanisch geführten Bundesstaaten, wie South Carolina und Arizona, werden Abtreibungen erschwert, indem die Genehmigung des Abbruchs auf die ersten zwanzig Schwangerschaftswochen verringert wird.

Kommentare (5)

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richy

26.05.2012, 17:18 Uhr

Ein extrem unausgorener, einseitiger Beitrag, der die Wahrheit massiv verfälscht, wie man es heute allenfalls noch in der Emma erwarten würde. Nahezu jede Behauptung kann klar widerlegt werden bzw. ist vom Typus "gefälschte Statistik".

Nehmen wir gleich die erste: "Eklatante Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen sind hinlänglich bekannt."

Stimmt. Gemeint war vermutlich, daß Frauen weniger als Männer verdienen. Zumindest bei der jüngeren Generation trifft exakt das Gegenteil zu, wie die Zensusdaten seit langem ausweisen. Einfach mal mit google nach census data und Prof. Andrew Beveridge, Queens College, suchen, der hat schon 2007 in mehreren Publikationen Auswertungen der Zensusdaten publiziert, die vielfach zitiert wurden und "hinlänglich bekannt" sind. Seither hat sich die Lage weiter zuungunsten der Männer verschlechtert. Inzwischen ist die ganze Generation der 25 - 40jährigen Männer den Frauen beruflich hoffnungslos unterlegen. Wenn inzwischen das Ende der Männer (unter anderem: Hanna Rosin: The End of Men, Atlantic Magazine, July/August 2010, http://www.theatlantic.com/magazine/archive/2010/07/the-end-of-men/8135/) ausgerufen wird, ist das nicht ironisch gemeint, sondern - von den durchaus wohlwollenden Verfasserinnen - in einem konsternierten bis fassungslosen Ton geschrieben.

Rosin: "The working class, which has long defined our notions of masculinity, is slowly turning into a matriarchy, with men increasingly absent from the home and women making all the decisions."

Stattdessen lamentiert Herr Dutschke, Deos und Rasierschaum seien für Frauen teuerer als für Männer. Wenn das die gleichen Inhalte sind, sollten die Frauen einfach die Männerpackungen kaufen, man gilt deswegen nicht gleich als transsexuell.

Tabu

26.05.2012, 20:14 Uhr

dass ein Drittel aller indianischen Frauen schon einmal vergewaltigt worden sind.
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Die patriachalischen Strukturen,die sich Weltumspannend
die Frau als ein sexuell wie wirtschaftlich auszubeutendes
Etwas bemächtigt hatten,funktionieren nicht mehr so.
Es sind Frauen die dies nicht mehr so hinnehmen.Und es sind Männer die um ihre Pfründe,ihre abgsteckten Reviere fürchten.
Nicht nur die Frauen in den indianischen Reservaten leiden unter Gewalt und Mißbrauch.Auch in Afrika,hier besonders,
Somalia,Kenia,Nigeria wird alle paar sec.ein Kind,eine Frau mißbraucht.Auch in Deutschland,ist der Mißbrauch besonders an Kindern angestiegen..In Asien gilt dieses
Herrschaftgebaren über den Körper und den Geist,als
Zuverdienst,wenn man seine Kinder den Männern ausliefert.
Zum Glück wächst alles mehr zusammen und das was über jahrtausende Usus war,wird wenn auch langsam aufgebrochen.Wenn auch nur mit wenigen einsichtigen Männern.Eben ein Frauenthema,sich und die Kinder zu schützen zu versuchen.Eine Löwin entfernt sich mit ihren
Jungen,lange Zeit vor dem Aggressor in einer Höhle.Eine
Frau,weiß in diesem Umfeld nicht wohin sie fliehen könnte.



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27.05.2012, 01:05 Uhr

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