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18.01.2010

18:43 Uhr

Emirate

Dubais Fehler summieren sich

VonUna Galani

Das Emirat erhält statt 15 Milliarden US-Dollar Kredithilfen aus Abu Dhabi, wie ursprünglich angenommen, nur 10 Milliarden. Aber das heißt nicht, dass die 10 Milliarden Dollar, die Dubai World versprochen wurden, damit seine Gläubiger stillhalten, davon beeinflusst werden. Der Kommunikationsfehler ist allerdings ein Hinweis auf den chaotischen Restrukturierungsvorgang; die Gläubiger stecken unverändert in der Klemme.

Dubais Rechenfehler hat kaum Einfluss auf das Kreditrisiko der Dubai-World-Gläubiger. Das Emirat musste jetzt zugeben, dass es nur 10 Milliarden US-Dollar Hilfen von staatlich beeinflussten Unternehmen aus Abu Dhabi erhält und nicht, wie es am Markt zuvor verstanden wurde, 15 Milliarden. Aber die Kommunikationspanne bedeutet nach Aussagen einer regierungsnahen Person aus Dubai nicht, dass nun weniger Hilfen als die versprochenen 10 Milliarden Dollar für Dubai World bereitstehen.

Der Dubai Financial Support Fund (DSF, Dubai-Finanzhilfenfonds), eine Einrichtung, die geschaffen wurde, um regierungsnahe Unternehmen bei der Erfüllung ihrer Verpflichtungen zu unterstützen, gab im November bekannt, 5 Milliarden Dollar bei zwei staatlich kontrollierten Banken in Abu Dhabi aufgenommen zu haben. Drei Wochen später - und nachdem Dubai World seine Absicht kundgetan hatte, die Gläubiger um einen Zahlungsaufschub zu bitten - berichtete der DSF, die Regierung von Abu Dhabi habe versprochen, 10 Milliarden US-Dollar bereitzustellen, um "einer Reihe von bevorstehenden Verpflichtungen von Dubai World nachkommen zu können."

So entstand der Eindruck, dass der DSF insgesamt 15 Milliarden Dollar aufgenommen hätte. Jetzt aber stellte der Fonds klar, die versprochenen 10 Milliarden aus Abu Dhabi seien inklusive der zuvor aufgenommen 5 Milliarden US-Dollar zu verstehen gewesen. Von den 10 Milliarden, so der DSF, sei inzwischen 1 Milliarde in Anspruch genommen worden. Weitere 4,1 Milliarden seien verwendet worden, um einen von der Dubai-World-Tochter Nakheel emittierten Islambond zurückzuzahlen. Mithin stünden noch Mittel in Höhe von 4,9 Milliarden US-Dollar zur Verfügung.

Vorausgesetzt, es kommen nicht weitere Haken ans Tageslicht, scheint die Situation der Gläubiger also bisher weitgehend unverändert. Die staatseigene Holding wird weiter auf die versprochenen Mittel zurückgreifen können - vorausgesetzt es gelingt ihr, die Gläubiger zum Stillhalten zu bewegen. In diesem Fall reichen die Mittel, um die Zinsen und die laufenden Ausgaben bis Ende April zu finanzieren. Dann laufen die Stillhaltevereinbarungen - über die eine endgültig Einigung noch erzielt werden muss - wohl aus.

Der Fehler hat jedoch auch ernsthafte Konsequenzen. Er zeigt nicht nur, wie chaotisch die Restrukturierung bei der breiter aufgestellten Dubai Inc. verläuft. Er bedeutet auch, dass Dubai World vielleicht nach wie vor seine 10-Milliarden-Dollar-Hilfen erhalten wird, aber dafür für andere angeschlagene Unternehmen des Emirats 5 Milliarden Dollar weniger zur Verfügung stehen.

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