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06.07.2017

11:11 Uhr

Expertenrat – Pamela Reif

Wie Sport die Produktivität im Arbeitsleben steigert

VonPamela Reif

Regelmäßiger Sport erhöht nicht nur die körperliche Leistungsfähigkeit, sondern auch die geistige Produktivität. Stressige Aufgaben im Job können so leichter bewältigt werden. Es kommt auf die richtige Organisation an.

Auf Instagram folgt der Fitness-Queen Pamela Reif mittlerweile ein Millionenpublikum. Ihr weltweiter Erfolg ist beispielhaft für eine neue Generation von Internetgründern. PR-Bild

Vom Internetmodel zur Geschäftsfrau

Auf Instagram folgt der Fitness-Queen Pamela Reif mittlerweile ein Millionenpublikum. Ihr weltweiter Erfolg ist beispielhaft für eine neue Generation von Internetgründern.

„Pamela, wie motivierst du dich, vier bis fünf Mal die Woche zum Sport zu gehen?“ – Das ist mit Sicherheit eine der Fragen, die mir am häufigsten gestellt werden. Und meine Antwort ist fast immer die gleiche: Es geht dabei hauptsächlich um eine gute Organisation, die richtigen Prioritäten und natürlich Disziplin. Seit ungefähr fünf Jahren schaffe ich es, mit wenigen Ausnahmen, mich vier Mal die Woche zum Sport zu bewegen. Und das, obwohl mein Alltag und mein Arbeitsleben inzwischen wahrscheinlich stressiger sind als jemals zuvor. Der Hauptgrund für meine anhaltende Motivation: die Erkenntnis, dass der Sport meine Leistungsfähigkeit in anderen Gebieten unterstützt.

Dass Sport die Gesundheit und die körperliche Leistungsfähigkeit erhöhen kann, weiß inzwischen eigentlich jeder. Was allerdings nicht jedem klar ist, ist die Auswirkung, die regelmäßige Bewegung auch auf unsere geistige Produktivität hat. Studien belegen, dass Sport tatsächlich die Leistungsfähigkeit des Gehirns verbessert und sogar vor Gesundheitsrisiken durch Berufsstress schützen kann.

Diese Erfahrung habe ich selbst bereits gemacht: Der erste Beweis für die Auswirkung von Sport auf meine Produktivität hat sich mir vor ungefähr drei Jahren gezeigt. Damals habe ich mein Abitur mit 1,0 abgeschlossen. Für die meisten Schüler an Gymnasien ist das Abitur die erste Phase, in der sie mit enormem Stress umgehen müssen. Die Phase ist geprägt von tagelangem, wenn nicht nächtelangem Lernen und hohem Leistungsdruck. Man hat das Gefühl, dass auf dieser einen Prüfungswoche die gesamte Zukunft aufbaut. Kurz: Während der Abiturprüfungen herrscht quasi Ausnahmezustand und man braucht eine hohe Stresstoleranz.

So war es auch für mich – umso bewusster wurde mir schon damals, wie dringend ich Sport in solchen Zeiten als Ausgleich brauche. Auch zwischen Prüfungen war es für mich selbstverständlich, nach dem Lernen noch für eine Stunde ins Fitnessstudio zu gehen. Im Nachhinein bin ich mir sicher, dass diese Routine wesentlich zu den bestandenen Prüfungen und dem Endergebnis beigetragen hat. Meine Konzentration hat sich verbessert, mein Kopf war klarer, meine Aufmerksamkeitsspanne beim Lernen war plötzlich deutlich länger. Wenn ich im Fitnessstudio war, dann war ich mit dem Kopf voll und ganz bei meinem Training – und danach wieder uneingeschränkt bei meinen Prüfungen und dem Lernstoff.

Diesen Einfluss, den der regelmäßige Sport damals auf meinen Erfolg beim Abitur hatte, habe ich bis heute nicht vergessen. Im Gegenteil: Jetzt, wo ich mitten im Berufsleben stehe und plötzlich mit einem neuen und anderen Stress-Level umgehen muss, bewährt sich dieses Konzept für mich immer mehr.

Egal, wie voll eine Woche ist – das Training ist für mich essentiell. Es macht mir Spaß, ist immer ein Hobby geblieben – aber auch eine Notwendigkeit geworden, die mir hilft, die neuen Aufgaben im Job zu bewältigen. Ich arbeite meistens mehr als 40 Stunden pro Woche. Mein Alltag ist alles andere als geregelt – nicht selten bin ich innerhalb von einer Woche in fünf verschiedenen Städten oder sitze bis vier Uhr morgens am Schreibtisch. Und trotzdem weiß ich, dass es eben der sportliche Ausgleich ist, der mir hilft, trotz ungeregeltem Arbeitsalltag eine hohe Leistungsfähigkeit beizubehalten.

Und so schwer ist es eigentlich gar nicht: Eine Stunde Sport macht lediglich etwa vier Prozent des Tages aus – und die Ergebnisse sind es wert, körperlich und mental. Es gibt also eigentlich keine Entschuldigung. Manchmal kann es auch nicht schaden, sich bewusst zu machen, wie viel Zeit man im Grunde mit anderen, weitaus unwichtigeren Dingen verbringt: stundenlang im Internet surfen, sämtliche Social-Media Plattformen checken, sich ziellos durch die TV-Programme zappen. Zeit, die man ohne Probleme damit verbringen könnte, sich selbst und der eigenen Leistung und Produktivität einen Gefallen zu tun. Natürlich braucht es auch eine gewisse Disziplin – auch ich habe Tage, wo ich schlicht und einfach keine Lust habe. Meine Lösung dafür? Ich denke nicht darüber nach. Manchmal hilft es, den Kopf auszuschalten und einfach zu machen.

Klingt schön und gut, denken sich jetzt vielleicht viele. Aber gibt es nicht auch Tage, an denen der Sport beim besten Willen einfach nicht in den Alltag passt? Natürlich gibt es die – und genau deshalb setze ich mir nicht sieben Mal, sondern vier Mal die Woche Sport zum Ziel. Ich mache mir einen Plan, schreibe mir, wenn es sein muss, eine To-Do-Liste und plane so, dass dieser wichtige Ausgleich am Ende des Tages noch reinpasst. Denn die richtige Organisation ist der Schlüssel zum Erfolg.

Natürlich ist es wichtig, sich und dem Körper ab und zu eine Pause zu gönnen. Auch eine Woche Urlaub ab und an befürworte ich vollkommen. Aber die Regel ist: vier Mal die Woche, eine Stunde, vier Prozent des Tages – es ist machbar. Denn ehe man sich versieht, ist der Sport schon zur Gewohnheit geworden und man muss sich gar nicht mehr dazu zwingen. Und die eigene Leistungsfähigkeit, egal ob in der Schule, im Studium oder im Beruf, wird verbessert.

Pamela Reif, 21, ist Social-Media-Influencerin, Autorin und Unternehmerin. Ihre Hobbys Fitness, Mode und Beauty hat sie zum Beruf gemacht und teilt ihre Leidenschaft täglich mit ihrer Online-Community, zum Beispiel auf Instagram.

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