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22.01.2010

07:00 Uhr

Faktor Mensch

Wenn Frauen sich wie Männer benehmen und noch dazu stehen ...

VonTanja Kewes

„Frau betrügt Mann“ ist nicht mehr so eine starke Schlagzeile wie das beste Beispiel der NachrichtenwertTheorie: „Mann beißt Hund“. Und das ist auch gut so.

Mrs. Robinson – dieser Name ist uns seit dem Spielfilm „Die Reifeprüfung“ mit Dustin Hoffman als jugendlichem, mehr oder weniger freiwilligem Liebhaber bestens bekannt. Nordirland hat jetzt mit Iris Robinson eine eigene Reifeprüfung erlebt. Die 60-jährige First Lady hatte eine Affäre mit einem 19-Jährigen. Als dieser die von ihr finanzierte Imbissbude hatte, war sie abgemeldet, und als die Sex- und Finanzaffäre jetzt ans Tageslicht kam, zog sich erst ihr gehörnter Ehemann, Regierungschef Peter Robinson, vorübergehend aus der Politik zurück. Wenige Tage später legte auch sie selbst ihr Abgeordnetenmandat nieder.

Ein weiteres Beispiel für „Wenn Frauen sich wie Männer benehmen“ – und vor allem für das „und noch dazu stehen“ – ist Susanne Klatten. Die millionenschwere Quandt-Erbin und BMW-Großaktionärin leistete sich mit Helg Scarbi einen Geliebten. Als dieser sie erpressen wollte, machte sie die Affäre öffentlich und zeigte ihn an. So kerzengerade hätte so mancher Mann seinen Fehltritt nicht eingestanden und stattdessen lieber gezahlt …

Also, wenn Frauen sich wie Männer benehmen und dazu stehen, ist die Emanzipation weit fortgeschritten. Und das lässt sich nicht nur an Affären feststellen, sondern auch im alltäglichen Geschäftsleben. Frauen kauen breitmäulig Kaugummi, verteilen im Gerangel um ein Taxi kräftige Ellbogen-Checks wie auf dem Fußballplatz, sitzen breitbeinig im Flugzeug, so dass der Sitznachbar sich schmal machen muss, und ihre Chefansagen sind häufig klarer und härter. Das ist im Sinne der Emanzipation erfreulich – einerseits. Andererseits ist es natürlich nicht gut, seinen Partner zu betrügen oder sich hemdsärmelig zu verhalten. Egal, wer wen betrügt oder wer sich wie danebenbenimmt.

Erinnern wir uns an Geschichten unter der Gürtellinie, die Männer geschrieben haben. Legendär: die Lewinski-Affäre von und mit Bill Clinton. Sie mündete in eine Lüge, die ihn fast das Amt gekostet hätte. Das Büro des Präsidenten hieß damals kurzzeitig Oral Office. Oder an einen anderen Staatsmann, der nicht monogam zu kriegen ist: Italiens Premier Silvio Berlusconi. Nach seinem jüngsten Fehltritt mit einer 18-Jährigen verließ ihn im Sommer seine Ehefrau.

In der Wirtschaft gibt es nur wenige derartige Beispiele. Hier bleibt vieles zwischen den Zahlen oder unter der Decke. Es gibt kein öffentliches Interesse wie in der Politik. Obwohl auch mal zu diskutieren wäre, inwieweit nicht auch Aktionäre, Mitarbeiter und Kollegen ein Recht darauf haben zu erfahren, mit wem der Chef das Bett oder die Besenkammer teilt, wenn es die Belange der Firma betrifft.

Wenn Frauen sich wie Männer benehmen, ist das interessanter – noch. Doch das auch mit abnehmender Tendenz. „Frau betrügt Mann“ ist nicht mehr so eine schöne Schlagzeile wie das beste Beispiel in der Nachrichtenwert-Theorie: „Mann beißt Hund.“ Und das wiederum ist auch gut so.

Kommentare (1)

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Widerstand10

22.01.2010, 22:31 Uhr

Guter Artikel und doch ist das Thema noch nicht in der Gesellschaft angekommen. Heutzutage kommt in vielen Haushalten der Mann von der Arbeit und die Frau sitzt schon betrunken auf dem Sofa. Frauen töten ihre Kinder auf Grauenvolle Weise und man fragt sich wie kann eine Mutter die starke bindung zu ihrem Kind derart verlieren. Frauen benehmen sich in Diskos und Kneipen wie Männer und wissen
um die Schwachheit des ehemaligen starken Geschlechts. Sex ist Nahrung und die Theken sind
gefüllt damit. Frau zu sein ist schwach und das Vorbild Mann reicht aus.. ihn zu kopieren. Wir nähern uns ganz stark der Natur wieder an ,wo die
Fortpflanzung einen hohen Stellenwert hat. Nur geht
es bei Menschen nur um Sex ohne Risiko einer Geburt.
Die Frauenrechtler haben in Jahrzehnten Monster geschaffen die nicht mehr zu stoppen sind. Erst die Zuwanderung von Menschen aus anderen Kulturen haben einen Ausgleich wenn auch nicht posetiv geschaffen.
Hier stossen Frauenrechtler an ihre Grenzen ,wenn das
eigene Leben bedroht wird. Der Kampf wurde aus Furcht eingestellt zumal diese Rechtlerinnen sich jetzt auch noch für weitere Zuwanderung einsetzen.
Die Familie ist im westlichen Sinn bedroht, fanatischer Schönheitswahn und Selbverwirklichung
haben die Sinne verwirrt und Medien tragen durch
betrugsfernsehen erheblichen Anteil dazu bei.Kurz gesagt ,werden wieder Äpfel verteilt.

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