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06.01.2010

08:28 Uhr

Filmindustrie

Der Milliarde-Dollar-Avatar

VonRolfe Winkler

Das Science Fiction-Epos "Avatar", das von der zu News Corp gehörenden Fox produziert wurde, hat weltweit mehr als eine Mrd. Dollar eingespielt. Doch um für die Aktionäre langfristige Werte zu schaffen, muss Fox eine Marke kreieren wie "Alvin und die Chipmunks" sie verkörpern. Das könnte knifflig werden.

Während "Avatar" die Zuschauer mit seinem 3D-Märchen über Menschen, die auf der Suche nach neuen Ressourcen auf dem Planeten Pandora die dort lebenden Na?vi bekämpfen, in Scharen anlockte, übertrafen die jüngsten Abenteuer des weltweit beliebtesten Trios singender Streifenhörnchen trotz schlechter Kritiken und harter Konkurrenz an der Kinokasse die Marke von einer Viertel Mrd. Dollar. Tatsächlich demonstrieren die Chipmunks, wie wichtig der Wert einer Marke für das Filmgeschäft ist.

Alvin, Simon und Theodore treiben schon seit 1958 ihr Unwesen, sie haben Hits, Fernsehsendungen und zwei Spielfilme inspiriert. Der erste Film spielte weltweit 361 Mill. Dollar ein und der zweite hat nur zwölf Tage nach der Veröffentlichung bereits 255 Mill. Dollar erreicht. Durch zusätzliche Einnahmen aus dem Verkauf von DVDs und Pausenbrotboxen könnten weitere Millionen hereinkommen.

Für Investoren, die wiederkehrende Gewinne und ein geringes Risiko bevorzugen, ist dies eine Goldader. Wie mit Spider-Man, Harry Potter oder Batman verbindet sich auch mit den Chipmunks ein langfristiger Einnahmestrom. Zum Teil aus diesem Grund gebietet Disney - mit seinem Schwerpunkt auf Prinzessinnen, Piraten und jetzt, mit Marvel, auch auf Superhelden - über ein höheres Vielfaches der Ergebnisse als viele seiner Konkurrenten.

Natürlich muss "Avatar" kein einmaliges Ereignis bleiben. Regisseur James Cameron sagte dem Sender MTV, er denke darüber nach, das Epos zur Trilogie auszubauen. Aber der 55jährige Filmemacher hat 15 Jahre gebraucht, um "Avatar" umzusetzen und er hat noch kein zweites Drehbuch geschrieben. Und da der erste Film ein derartiger Kassenschlager ist, könnte er bei den möglichen Nachfolgefilmen einen noch größeren Anteil für sich selbst beanspruchen.

Was bringt "Avatar" Fox denn nun ein? Als einmaliges Ereignis nicht viel mehr als einen Beitrag von 100 Mill. Dollar aufwärts, den der Film nach Schätzungen von JPMorgan für die Betriebsgewinne von News Corp über vier Mrd. Dollar leisten wird. Wenn man aber die 40 Mill. Dollar, die die zweite Folge von "Alvin und die Chipmunks"einfahren dürfte, mit fünf multipliziert, um die Wahrscheinlichkeit widerzuspiegeln, dass die altehrwürdige Markte Bestand haben wird, dann triumphieren die drei 50 Jahre alten Streifenhörnchen lässig über die Navi.

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