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02.01.2008

14:29 Uhr

Geldpolitik

Währungssystem bewegt sich am Abgrund

VonEdward Hadas (breakingviews.com)

Eine Aufwertung der chinesischen Währung wäre sinnvoll. Aber die Chinesen werden die Arbeitsplätze, die durch eine billige Währung entstehen, nicht so einfach aufgeben. Wenn China nicht nachgibt, wird auch der Euro wieder unter Druck geraten. Nicht Protektionismus ist die Lösung, sondern ein neues Währungsabkommen anstelle von Bretton Woods.

Die Zeit wird kommen, in der China eine starke Aufwertung seiner Landeswährung gegenüber dem Dollar zulassen muss. Aber wahrscheinlich noch nicht 2008. Es wird der Euro sein, der wieder einmal das meiste abkriegen wird. Es ist zwar nicht fair, aber der einzige Weg, die Spannungen abzubauen, könnte in einem neuen internationalen Währungsabkommen liegen.

Die Experten rechnen seit Jahren mit einer umfassenden Aufwertung des Renminbi. Eine zweiprozentige Anhebung gegenüber der US-Währung 2005 war als Trippelschritt gewertet worden, als Vorbote, dem bald viele größere folgen sollten. Aber es ist bei den Trippelschritten geblieben – um vier Prozent jährlich in jedem der letzten zwei Jahre. In der Zwischenzeit hat sich das US-Handelsbilanzdefizit mit China um 30 Prozent erhöht.

In China würde ein im Wert gestiegener Renminbi den Inflationsdruck verringern. Billigere Importe aus den USA böten eine indirekte Unterstützung, während ein geringerer Handelsbilanzüberschuss die Aufgabe der Zentralbank erleichtern würde, die Geldmenge unter Kontrolle zu halten. In Amerika und der Eurozone würde eine weit reichende Neubewertung der chinesischen Währung die immer lauter werdenden Stimmen der Protektionisten zum Schweigen bringen.

Aber China braucht für seine Wirtschaft vor allem neue Jobs, um die überschüssigen Arbeitskräfte auf dem Land zu beschäftigen. Das ist wichtiger, als den Lebensstil der Verbraucher zu verbessern. Und die Arbeitslosigkeit stellt eine größere Bedrohung für den sozialen Frieden dar als die Inflation. Deshalb wird eine umfassende Aufwertung, die viele exportorientierte Fabriken aus dem Wettbewerb werfen könnte, als das größere Übel betrachtet.

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