Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.01.2008

15:05 Uhr

Gewerbeimmobilien

Blackstone demontiert Immobilienunternehmen

VonLauren Silva (breakingviews.com)

Blackstone bereitet Immobilienmagnat Harry Macklowe Kopfschmerzen. Er muss das GM-Gebäude verkaufen, weil es ihm nicht gelingt, ein Darlehen zu refinanzieren. Die Probleme mit Gewerbeimmobilien könnten Kreise ziehen. Und Blackstone hat gute Aussichten, davon zu profitieren.

Blackstones Immobilieneinheit erschloss sich Neuland, als sie im vergangenen Jahr Gewerbeimmobilien für 39 Milliarden Dollar erwarb. Kurz nach der Übernahme verkaufte Blackstone über die Hälfte des Immobilien-Portfolios. Der Gewinn aus dem Verkauf war ordentlich, es gibt aber zumindest einen Grund, als Käufer Gewissensbisse zu haben. Die Probleme mit gewerblichen Immobilien dürften sich noch weiter ausbreiten. Blackstones Team unter Jonathan Gray könnte aus der Notlage Profit schlagen.

Harry Macklowes gleichnamige Immobiliengruppe kaufte im vergangenen Jahr für 7 Milliarden Dollar Vermögenswerte von Blackstone. Inzwischen läuft es bei Macklowe nicht mehr so gut. Er sucht nach einem Käufer für das berühmte GM-Gebäude in New York, das ihm als Sicherheit für Darlehen diente, die er aufnahm, um den Deal mit Blackstone zu finanzieren.

Macklowes Problem ist, dass seine kurzfristigen Kredite im kommenden Monat fällig werden und seine Gläubiger wenig Interesse an einer Refinanzierung zeigen. Die Ursache liegt zum Teil darin, dass auch sie Probleme haben, die Darlehen über den Markt für hypothekenbesicherte Wertpapiere (Mortgage-Backed Securities, MBS) weiter zu verkaufen. Die Liquidität auf den Märkten für strukturierte Finanzprodukte ist deutlich zurückgegangen. Die Rendite über dem risikofreien Zins, die Anleger für CMBS (Commercial Mortgage-Backed Securities) mit Triple-B-Rating verlangen, ist im Verlauf eines Jahres um 9 Prozentpunkte angestiegen.

Macklowe steht mit diesem Problem nicht alleine. Das Immobilienunternehmen Kushner Co entschied sich kürzlich für die Rückzahlung einer Anleihe über 200 Millionen Dollar und gegen eine Refinanzierung über den inzwischen rauen Markt. Glück für Kushner, dass es die Barmittel zusammenkratzen konnte. Aber Macklowe erscheint weniger liquide. Der eilige Verkauf des GM-Gebäudes wird zeigen, wie groß der Appetit der Investoren auf New Yorker Immobilien ist.

Die nächsten angespannten Schuldner könnten schon in Startposition stehen und auch sie dürften Schwierigkeiten haben, ihre Schulden zu refinanzieren. Zu allem Überfluss prognostiziert Merrill Lynch für 2008 einen Rückgang der Nachfrage nach CMBS um 60 Prozent verglichen mit 2007. Drei große, immobilienlastige Buyouts – Harrah’s, Hilton und Manor Care – kämpfen bereits um den geringen, noch verbliebenen Hunger der Investoren.

Hier zeigt sich einer von vielen Rissen auf dem großen Markt für Gewerbeimmobilien, der sich auf der anderen Seite noch einigermaßen gesund präsentiert – schließlich gibt es weder eine Bauschwemme noch steigen die Leerstände. Kluge Käufer mit den entsprechenden Barmitteln können jetzt Chancen nutzen. Trotz potenzieller Herausforderungen, zum Beispiel durch den Hilton-Deal, könnte Blackstone dazu gehören.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×