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24.01.2008

11:30 Uhr

GM/Toyota

Der König ist tot, lang lebe der König?

VonAntony Currie (breakingviews.com)

Es wäre ein wichtiger Meilenstein: Toyota könnte General Motors als den Autobauer mit dem weltweit höchsten Absatz ablösen. Allerdings wäre der Erfolg weitestgehend symbolisch. Denn hinsichtlich des Marktwerts, des Gewinns oder der Modellpalette ist Toyota längst an seinem US-Konkurrenten vorbeigezogen.

Fast achtzig Jahre hat es gedauert, aber jetzt sieht es so aus, als ob General Motors schließlich doch seinen Thron als größter Autobauer der Welt verlieren könnte. Nach den derzeit vorliegenden Zahlen über den weltweiten Kfz-Absatz im vergangenen Jahr liefern sich die Detroiter ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Toyota – und tatsächlich könnte der japanische Konkurrent das Rennen noch um Haaresbreite für sich entscheiden, wenn auch nur um die Differenz von rund 500 Flitzern. GM von seinem Jahrzehnte alten Podest zu stoßen, wäre ein wichtiger Meilenstein. Aber eigentlich ist die Führungsposition von GM ohnehin nur noch symbolischer Natur. Nach fast jedem anderen Maßstab, den Kfz-Absatz ausgenommen, ist Toyota längst an GM vorbeigezogen.

Gemessen am Börsenwert sind die Japaner fast elf Mal größer als GM – ja, sogar der Buchwert von Toyota ist höher als der Marktwert von GM. Toyota bringt zudem beständig eine satte Nettobetriebsgewinnspanne hervor. Für das laufende Geschäftsjahr per März sollte sie 6,9 Prozent erreichen. Der Konkurrent aus Motown dagegen hat es 2007 vielleicht gerade einmal in die Gewinnzone geschafft. Und dabei darf man den steuerbezogenen Aufwand über sage und schreibe 39 Mrd. Dollar im dritten Quartal gar nicht berücksichtigen.

Gewiss, GM hat eine Reihe von Schritten eingeleitet, um sein Gewinnpotenzial zu steigern. Aber das Unternehmen ist angesichts eines rückläufigen Marktanteils und einer grenzwertigen Rentabilität in der Defensive. Unabhängig davon, wer dieses Mal den Absatz-Wettbewerb gewinnt, bleibt Toyota für die nächste Schlacht besser gerüstet. Das Unternehmen verfügt über Liquidität statt über einen riesigen Schuldenberg und weist eine bessere Palette an Modellen vor als das Angebot von Benzinfressern, die in Detroit vom Band rollen. GM vom Absatz-Thron zu stoßen, mag in Toyota City ein Grund zum Feiern sein. Aber es ist unwahrscheinlich, dass sich die Chefs von Toyota um diese Messlatte groß kümmern.

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