Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.01.2010

07:54 Uhr

GMAC

Schluss mit den Geldspritzen!

VonAgnes T. Crane (breakingviews.com)

Die US-Regierung hat GMAC jüngst erneut eine Kapitalspritze von 3,8 Mrd. Dollar verabreicht. Den Großteil davon hat Residential Capital, der Immobilienfinanzierungsbereich von GMAC, aufgebraucht. Die Schwierigkeiten der Tochter sind damit aber bei weitem noch nicht behoben und es liegt kein Grund vor, warum sie von den Steuerzahlern weiter künstlich am Leben erhalten werden sollte.

Residential Capital hat sich über den Großteil der jüngsten Kapitalspritze über 3,8 Mrd. Dollar hergemacht, die die US-Regierung ihrer Muttergesellschaft GMAC verabreicht hatte. Doch damit ist der Schlammassel bei der Hypothekendarlehenstochter des Autofinanzierers immer noch nicht behoben. ResCap kommt vielleicht trotzdem nicht über die Runden und es gibt keinen Grund dafür, dass die Steuerzahler die GMAC-Tochter stützen sollten.

Der Immobilienfinanzier war während des Kreditbooms als das Kronjuwel von GMAC gehandelt worden und hatte dann während der Krise das gesamte Unternehmen mit nach unten gezogen. Dieser dramatische Absturz ließ die angeblich so smarten Investoren bei Cerberus bereits als tölpelhaft erscheinen. Die Beteiligungsgesellschaft hatte just zu dem Zeitpunkt, als der Immobilienmarkt ins Wanken geriet, einen großen Anteil an GMAC von der ehemaligen Muttergesellschaft General Motors erworben. Seitdem hat die Subprime-Horrorshow einer Reihe von einst gigantischen und aggressiven Finanzierern wie Countrywide, IndyMac und New Century Financial den Garaus gemacht. Noch ist ResCap ihnen nicht gefolgt.

Sicher hat die jüngste Kapitalspritze für GMAC durch die Regierung, die jetzt die Mehrheit an dem Autofinanzierer hält, ResCap eine Atempause verschafft. Aber die Immobilientochter wird wahrscheinlich weitere Mittel benötigen. Die Ratingagentur Moody?s Investors Service geht davon aus, dass ResCap eine maßgebliche Kreditvertragsklausel nicht mehr wird einhalten können, wenn sie Schuldtitel bedienen will, die in der ersten Jahreshälfte fällig werden.

Vermutlich hofft die US-Regierung, dass GMAC einen Käufer für die Tochter finden wird. Im vergangenen Monat hatte die "New York Post" berichtet, der Investor Warren Buffett habe Interesse gezeigt. Doch niemand wird allzu viel für ResCap zahlen wollen, wenn nicht die Regierung für mögliche weitere Verluste in der Verantwortung bleibt. Die Kosten, ResCap vor der Insolvenz zu bewahren, zahlen sich wahrscheinlich nicht aus.

Natürlich wär es politisch peinlich, ließe man ein Scheitern von ResCap zu. Zum einen hat die Regierung Milliarden in GMAC gepumpt, und zum anderen hat auch die US-Notenbank Federal Reserve einer Umwandlung der Firma in eine Bankenholdinggesellschaft zugestimmt, so dass sie sich für staatliche Unterstützung qualifizieren konnte.

Auch GMAC könnte in Mitleidenschaft gezogen werden, sollte ResCap untergehen. Die Finanzgesellschaft hatte ResCap 2005 zwar als getrennte Einheit ins Leben gerufen und zwar vor allem, um damit die erstklassigen Bonitätseinstufungen der Immobilienfinanzierungstochter vor den Kreditnöten von GM zu schützen. Es gibt aber dennoch keine hundertprozentige Sicherheit, dass ResCap in die Zahlungsunfähigkeit rutschen könnte, ohne GMAC mit sich in den Abgrund zu reißen.

Doch selbst wenn dies nur im Entferntesten möglich wäre, würde GMAC ohne ResCap robuster da stehen. Genauso wie die Autoindustrie, die GMAC für die weitere ungehinderte Kreditvergabe an die Verbraucher braucht, damit diese Autos kaufen können. Wenn ResCap nicht in kurzer Zeit verkauft oder weitergereicht werden kann, dann sollte man die GMAC-Tochter wie ihre ehemaligen Subprime-Finanzierungsgefährten sterben lassen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×