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14.01.2008

12:56 Uhr

Goldminen-Showdown

Russische Oligarchen im Goldrausch

VonPierre Briancon (breakingviews.com)

Russische Milliardäre mochten Gold schon immer. Früher kauften sie Schmuck, heute kaufen sie ganze Minen. Zum Showdown wird es wahrscheinlich im März kommen, wenn das gigantische sibirische Goldfeld Sukhoi versteigert wird. Der Kampf der Oligarchen wird schmutzig.

Russische Milliardäre mochten Gold schon immer. Früher kauften sie Schmuck, heute kaufen sie ganze Minen. Während einige der optimistischen Analysten den Goldpreis schon in diesem Jahr bei 1 000 Dollar sehen, kämpfen Russlands unübersehbaren Oligarchen darum, die lange unangetasteten großen Goldvorkommen des Landes an sich zu reißen.

Eine Entscheidung könnte schon im März fallen, wenn die lang erwartete Auktion des gigantischen sibirischen Goldfeldes Sukhoi stattfindet. Dann werden wahrscheinlich Roman Abramovich, Alexei Mordashov (Severstal), Oleg Deripaska (Basic Elements) sowie die sich befehdenden Aktionäre des Nickel-Giganten Norisik, Vladimir Potanin und Mikhail Prokhorov im ultimativen Showdown gegeneinander antreten.

Das Sukhoi Feld weckt auf jeden Fall Gelüste. Ein neues Gutachten bescheinigte eine Verdopplung der geschätzten Reserven, das sind bis zu 2 000 Tonnen. Grob geschätzt ist ebenso viel wie die weltweite Goldproduktion eines Jahres! Westlichen Unternehmen ist es nicht möglich Angebote zu unterbreiten, da Sukhoi als "strategisch" deklariert wurde, was die russische Regierung vielleicht bald bedauern wird. Ausländische Bieter hätten vielleicht etwas Transparenz und Wettbewerb in einen voraussichtlich schmutzigen Kampf mitbringen können.

Der russische Goldrausch wurde durch einen langwierigen Streit zwischen Potanin und Prokhorov bei Norilsk Nickel hervorgerufen. Die Beziehung zwischen den früheren Freunden und Geschäftspartnern fror ein, nachdem Prokohorov vor einem Jahr von der französischen Polizei zum vermeintlichen Sex mit Callgirls im Ski-Ort Courchevel verhört wurde - ein bevorzugter Aufenthaltsort der Oligarchen. Nun versuchen die beiden Russlands größte Goldmine, ein neun Milliarden Dollar schweres Unternehmen, aufzuteilen.

Der Rohstoffkonzern Polyus, eine Tochtergesellschaft von Norilsk Nickel, würde naturgemäß als Favorit um die Rechte an Sukhoi ins Rennen gehen. Tatsächlich besaß der Konzern ursprünglich die Lizenz, das Feld auszuschöpfen. Doch nach zehn Jahren verlor er diese wieder aufgrund rechtlicher Probleme. Um es noch komplizierter zu machen, interessiert sich das staatliche Diamanten Monopol Alrosa für Anteile von Polyus - und wahrscheinlich auch für Sukhoi. Die russischen Medien spekulierten sogar, dass die Festnahme des russischen stellvertretenden Finanzministers Sergei Storchak ein Teil eines Angriffs auf seinen Chef, den Finanzminister Alexei Kudrin ist, welcher bei Alrosa den Vorsitz hat.

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