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28.01.2009

15:54 Uhr

Großbritannien

BSkyB trotzt dem Konjunkurzyklus

VonUna Galani (breakingviews.com)

Rezessiongefahr? Dann schau mehr Fernsehen. Diese Formel scheint für den britischen Pay-TV-Anbieter aufzugehen. Während die Wirtschaftsaussichten immer düsterer werden, entwickelt sich Sky an allen Fronten gut. Und wie schon immer versteht das Unternehmen etwas von PR – Skys cleveres neues HDTV-Angebot wird 1 000 neue Arbeitsplätze bringen.

Während einer Rezession wird abends zuhause mehr ferngesehen? Das muss man BSkyB nicht erst erklären, das ist dem Pay-TV-Anbieter bekannt. Inmitten der düsteren Wirtschaftsaussichten hat der britische Fernsehsender beeindruckende Zweitquartalsergebnisse vorgelegt. Sie zeigen, dass Sky sogar zu den defensiven Werten gerechnet werden könnte.

Die Diskussion ist noch im Gange: Skys Pay-TV-Angebot wird von vielen als Luxusgut betrachtet, auf das Verbraucher in wirtschaftlich schwierigen Zeiten gern verzichten würden. Sky argumentiert dagegen, dass Konsumenten den Preis für sein Basisangebot als attraktiv bewerten - und billiger als mit der Familie einmal im Monat ins Kino zu gehen. Es sieht ganz danach aus, als ob Sky die Diskussion für sich entscheiden kann.

Trotz des rauen Wirtschaftsklimas gelang es Sky im zweiten Quartal netto 171.000 neue Kunden zu gewinnen, 26 Prozent mehr, als nach der Consensus-Schätzung zu erwarten war und 2 Prozent mehr als im gleichen Quartal des Vorjahres. Die Umsätze stiegen um 7 Prozent und das Nettobetriebsergebnis um 26 Prozent. Sky gelang es sogar, seine Kunden-Abwanderungsrate um einen Prozentpunkt auf 9,9 Prozent zu verringern. Der britische Breitbandmarkt verliert an Wachstumsdynamik, aber Sky schätzt, 50 Prozent der Neukunden gewinnen zu können.

Dennoch versinkt Sky nicht in Selbstzufriedenheit. Mit den beeindruckenden Ergebnissen rührt Sky auch gleich die Werbetrommel für ein neues TV-Angebot, mit dem das Unternehmen hofft, seine Wachstumsdynamik aufrechtzuerhalten. Dabei schlägt Sky Kapital aus der 125-Millionen-Pfund-Akquisition des Set-Top-Boxen-Herstellers Amstrad im Jahr 2007 und streicht kurzerhand die Einmalkosten für den Erwerb des Sky+High-Definition-Box-Paketes von rund 150 Pfund auf gerade einmal 49 Pfund zusammen.

In Großbritannien gibt es 7 Millionen Haushalte mit HDTV-Zugang, aber der Marktführer Sky hat bisher erst mit 800.000 einen HD-Vertrag abgeschlossen. Dabei geht das Unternehmen davon aus, dass die Technologie bald zum neuen Standard werden wird. Die Kosten für Sky sind dabei minimal. Wenn die Kunden einen Vertrag über die minimale Laufzeit von 12 Monaten abschließen und dabei 10 Pfund mehr pro Monat für den Zugang zu Skys HD-Kanälen ausgeben, dann zahlt sich die 100-Pfund-Subventionierung der Box schon in weniger als einem Jahr aus.

Natürlich ist Skys schlaue Idee keine Garantie für anhaltendes Unternehmenswachstum. Das Geschäft könnte nur langsam anlaufen, vor allem, wenn Konkurrenten anfangen, HD-Dienste kostenfrei anzubieten und wachsende Arbeitslosenzahlen Abonnenten kosten. Aber im Augenblick hat Sky die Nase klar vorn. Und schließlich hat Sky bewiesen, dass das Unternehmen sich meisterhaft auf PR versteht - das neue Angebot soll 1.000 neue Arbeitsplätze schaffen.

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