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07.01.2010

08:12 Uhr

Hedge Fonds

Der Deal des „Tigerbaby“

VonLauren Silva Laughlin (breakingviews.com)

Chris Shumway, der Gründer von Shumway Capital Partners, hat einen Anteil an seinem acht Mrd. Dollar schweren Hedge Fonds an ein Investmentvehikel von Goldman Sachs verkauft. Andere Manager könnten seinem Beispiel folgen. Die Bewertungen starker Firmen sind beträchtlich gestiegen. Die Manager, die sich während der Krise abwartend verhalten haben, haben jetzt die Chance zu verkaufen.

Die Meute aus Private Equity-Firmen und Hedge Fonds könnte dem Beispiel von "Tigerbaby" Chris Shumway folgen. Der Gründer von Shumway Capital Partners, der früher für Tiger Management gearbeitet hat und damit wie einige andere ehemalige Mitarbeiter des Hedge Fonds als "Tigerjunges" gilt, hat einen Anteil an seinem acht Mrd. Dollar schweren Hedge Fonds an einen Fonds von Goldman Sachs verkauft, der Teile von Asset Managern erwirbt, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg. Die Bewertungen starker Firmen sind beträchtlich gestiegen. Die Manager, die sich während der Krise abwartend verhalten haben, haben jetzt die Gelegenheit zu verkaufen.

Mehrere große alternative Asset Manager hatten vor ein paar Jahren Anteile an ihren Partnerschaften abgestoßen. Silver Lake Partners, Ospraie Management und Avenue Capital, zum Beispiel, verkauften Beteiligungen an Banken und Pensionsfonds. Blackstone Group, Och-Ziff Capital Management und Fortress Investment Group boten Aktien öffentlich zum Kauf an. Selbst um die privatesten Hedge Funds, darunter Renaissance Technologies und SAC Capital, rankten sich damals Gerüchte, sie würden Verkäufe in Betracht ziehen.

Aber im Jahr 2008 waren die Bewertungen eingebrochen, wie sich an den Börsenkursen der notierten Asset Manager ablesen ließ. Potenzielle Interessenten mussten sich darauf konzentrieren, die schlimmsten Auswirkungen der Finanzkrise zu umschiffen. Fondsmanager, die Anteile verkaufen wollten, mussten diese Pläne aufschieben. Jetzt allerdings haben sich die Preise erholt. Die Titel von Blackstone und Och-Ziff haben sich seit Ende 2008 im Kurs mehr als verdoppelt. Der Aktienkurs von Fortress hat sich gar verfünffacht.

In einigen Fällen und nach gewissen Messgrößen sind die Bewertungen fast wieder so hoch wie sie es gegen Ende 2007 waren. Der Gesamtwert von Och-Ziff, zum Beispiel, hat sich auf rund 25 Prozent des Ende 2009 verwalteten Vermögens verbessert. Damit hat die Firma das Niveau von 28 Prozent, das Ende 2007 verbucht worden war, fast wieder eingestellt.

Solche Bewertungsvielfache stehen allerdings nur deswegen im Einklang mit den vorhergehenden Jahren, weil das verwaltete Vermögen gesunken ist. Die Aktienkurse der alternativen Fondsmanager liegen immer noch weit unter ihren Höchstständen. Da Och-Ziff und viele seiner Branchenkollegen im vergangenen Jahr eine starke Leistungserholung vorweisen konnten, ist es aber plausibel, dass sie in der Lage sein werden, ihr verwaltetes Vermögen zu erhöhen - und damit ihren Marktwert.

Also könnten die Käufer von Anteilen an Firmen wie der von Shumway immer noch mit Leichtigkeit Geld verdienen. Aber die Manager haben wiederum auch ihre guten Gründe für einen Verkauf. Sie hatten schon einmal ihre Chance verpasst, einen Teil dessen, was sie auf dem Papier wert sind, in bares Geld umzumünzen. Sie werden nicht noch einmal eine Gelegenheit ungenutzt verstreichen lassen wollen, da jetzt bei akzeptablen Bewertungen endlich wieder Käufer auftauchen.

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