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13.08.2012

10:29 Uhr

Henkel trocken

God save Europe, not the Euro!

VonHans-Olaf Henkel

Bei den Olympischen Sommerspielen 2012 haben sie es gezeigt: Die Briten sind stolz auf ihr Land - und das nicht zu Unrecht. Indes entpuppt sich der Euro als Spaltpilz. Und er entfremdet nicht nur die Briten von uns.

Hans-Olaf Henkel – Henkel Trocken. Hans-Olaf Henkel, geboren 1940 in Hamburg, ist Autor und Honorarprofessor

Hans-Olaf Henkel – Henkel Trocken. Hans-Olaf Henkel, geboren 1940 in Hamburg, ist Autor und Honorarprofessor

Die Olympischen Sommerspiele von London haben nicht nur die Solidarität unter Engländern, Schotten und Walisern als Angehörige der britischen Nation befördert. Sie sind auch ein letzter Weckruf für unsere frankophilen Euromantiker, die einen zentralistischen Eurozonenstaat ohne Großbritannien anstreben. Schon die Fernsehübertragungen zum diamantenen Kronenjubiläum von Elisabeth II haben gezeigt: Mit „God save the Queen“ wurde nicht nur die Königin gefeiert, sondern die ganze Nation. Auch bei der gestrigen Abschlussfeier für die Olympischen Spiele feierten die Briten sich selbst. Hat jemand bei diesen Feierlichkeiten die Europaflagge vermisst?

Die Briten sind stolz auf ihr Land. Und haben sie nicht allen Grund dazu? Ob in strategischen Fragen, wie bei Winston Churchill’s Standhaftigkeit gegenüber Adolf Hitler oder bei scheinbaren Schrullen, wie dem Linksverkehr: Sie blieben immer „british“. Ob mit der angeblich unsozialen angelsächsischen Version ihrer Marktwirtschaft oder dem Mut, mit dem sie regelmäßig Flagge in der Außenpolitik zeigen: Sie haben ihre Eigenständigkeit bewahrt. Britische Beamte bleiben auch weiterhin Vorbild an gesundem Menschverstand, Eigenverantwortung und Wettbewerbsgeist in Brüssel, wo zunehmend Selbsttäuschung, Gleichmacherei und Sozialismus um sich greift. Wie groß muss das Selbstbewusstsein einer Nation sein, das sich vor über einer Milliarde von Fernsehzuschauern selbst so auf die Schippe nehmen kann? Selbstredend, dass man in Großbritannien auch am Britischen Pfund als eigener Währung und an einer eigenen Bank of England festhält.

Beim Verfolgen der eindrucksvollen Bilder aus London kam mir die Frage in den Sinn: Sind sich unsere fanatischen Euroromantiker eigentlich bewusst, dass sich der Euro nicht nur immer mehr zu einem Spaltpilz innerhalb der Eurozone entwickelt, sondern auch den Graben zwischen den Ländern der Eurozone und den Nichteuroländern - wie Großbritannien - verbreitert? Wollen wir unser Schicksal wirklich immer enger mit dem Schicksal des zunehmend ausgabefreudigen, staatsgläubigen und sozialistischen Frankreichs verbinden und uns dadurch von den Briten immer weiter entfernen?

Kommentare (57)

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NurDeutscherEuroaustrittDMretten

13.08.2012, 10:36 Uhr

Der Zug fährt gegen die Wand, Deutschland wird von den anderen heruntergezogen und wird selbst ertrinken, wenn es auf der Euroschiene so weitermacht. Deutschland muss sich also erst einmal freischwimmen, und das heisst, eine eigene Deutsche Währung.

Das Gegenargument der Aufwertung muss man auch ein wenig differenzierter betrachten:

1. Deutschland hatte auch zu DM Zeiten Handelsüberschüsse, nicht -defizite.

2. Eine DM Aufwertung hatten wir ständig seit der DM Einführung und hat Deutschlands wirtschaftlichen und sozialen Wiederaufstieg nach dem Krieg doch nicht aufgehalten, sondern ganz in Gegenteil das Deutsche und in der ganzen Welt bewunderte Wirtschaftswunder erst hervorgebracht!

3. 40% der Exportprodukte kommen selbst aus Importprodukten und werden also billiger durch eine Aufwertung der DM.

4. Führt eine Aufwertung der DM zu mehr Kaufkraft der Deutschen Bevolkerung, das heisst, der deutsche Arbeitnehmer kriegt wieder etwas für sein Geld statt ständig zu verlieren, wie unter dem Euro! Das ist die sogenannte Sozialdividende. Deshalb ist ja auch der Lebensstandart in starken Wahrungsländern wie der Schweiz und in der Bundesrepublik zu DM Zeiten so hoch gewesen!

5. Eine stärkere DM führt zu mehr Innenkaufkraft und damit mehr Importen, was anderen Ländern zugute kommt und deren Wirtschaftleistung fördert und hilft, von Transferleistungen unabhängig zu werden.

6. Die Abwertungen, zB der Drachme und der Lira, führen zu deren Wettbewerbsstärkung und damit der Möglichkeit, nicht auf Pump anderer, sondern eigenständig zu wachsen.

7. Summa summarum werden Europa und die Welt nicht stärker, wenn die letzten noch funktionierenden Wirtschaften auch noch kurzsichtig kaputtgemacht werden.

Deswegen sind als Minimum der ESM Stopp, der deutsche Euroaustritt und die Wiedereinführung der DM notwendig und selbstverantwortliche Länderwährungen in Europa, so wie vor dem Euro, um wirtschaftlich wieder in Fahrt zu kommen.

DeutscherNichtGriechEuroaustritt

13.08.2012, 10:37 Uhr

Wenn denn Griechenland statt Deutschland aus dem Euro geht, rast der Zug nur weiter auf die Wand zu und wird der Schrecken am Ende noch größer für Deutschland und Europa.

Nur Deutschlands Austritt aus dem Euro jetzt und die neue DM mit Heimholung der deutschen Goldreserven aus dem Ausland retten Deutschland vor immer weiteren wahnwitzigen Geldforderungen der anderen und geben gleichzeitig dem Resteuro bzw den Strukturschwachen die nötige Abwertung, um wirtschaftlich wieder wettbewerbsfähig zu werden und die finanzielle Notwendigkeit, die Ausgabenpolitik wieder realistisch an das Maß anzugleichen, daß man sich wirklich volkswirtschaftlich leisten kann. Und dann bekommen wir wieder Boden unter den Füssen.

EuropaNichtEUROretten

13.08.2012, 10:40 Uhr

Der Euro ist nicht die EU und die EU schon garnicht unser Europa und die Bankenrettung fur die plutokratische Hochfinanz ist nicht die angepriesene Rettung, sondern das geplant Verderben, das die Verarmung und ganz grosse Ausplünderung der Menschen Deutschlands und Europas bewerkstelligen soll! und die Gefahr eines politischen Marsches in eine autoritare EUdSSR in der hausgemachten Krise bringt! 

Raus aus dem Euro ! ein Ende der EZB ! stoppt den ESM ! juristische Verfolgung der Grossbanken ! und holt unser Gold wieder nach Deutschland !

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