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24.09.2012

11:58 Uhr

Henkel trocken

Her mit der Frauenquote in Aufsichtsräten!

VonHans-Olaf Henkel

Eine gesetzliche Frauenquote im Management macht wenig Sinn, wenn es an passenden Kandidatinnen mangelt. Anders verhält es sich mit den Aufsichtsräten. Hier kann auch augenscheinlich fachfremde Expertise von Nutzen sein.

Hans-Olaf Henkel – Henkel Trocken. Hans-Olaf Henkel, geboren 1940 in Hamburg, ist Autor und Honorarprofessor

Hans-Olaf Henkel – Henkel Trocken. Hans-Olaf Henkel, geboren 1940 in Hamburg, ist Autor und Honorarprofessor

Ich bin für eine gesetzlich festgesetzte Frauenquote für Aufsichtsräte - unter Bedingungen. Nicht nur, weil alle Appelle und Selbstverpflichtungen uns kaum weiter gebracht haben, sondern auch, weil ich selbst gute Erfahrungen mit Quoten gemacht habe.

Da war die Nachkriegserfahrung. Zehntausende von Kriegerwitwen wurden zu Unternehmerinnen, weil der Chef eines kleinen, mittleren und manchmal größeren Unternehmens ausfiel. Als mein Vater nicht mehr aus dem Krieg zurückkam, hinterließ er meiner Mutter ein Unternehmen. Fortan war sie nicht nur für die Erziehung ihrer drei Kinder, sondern auch für die Führung der Firma zuständig. Der Wiederaufbau Deutschlands wurde nicht nur durch Trümmerfrauen, sondern auch durch hervorragende Unternehmerinnen vollbracht.

Da ist die positive Erfahrung mit Quoten durch die „affirmative action“ in den U.S.A.. Sie hat die überfällige Integration der Afro-Amerikaner beschleunigt. Noch 1964, zur Zeit meines ersten U.S.-Aufenthalts, waren die Toiletten in vielen Südstaaten für die Benutzer nach der jeweiligen Hautfarbe getrennt. Ohne „affirmative action“ wäre ein Barrack Obama kaum möglich gewesen.

Da war meine Erfahrung als Chef der Tochter eines amerikanischen Unternehmens, welches Quoten für die Einstellung und Beförderung von Frauen auch für die IBM Deutschland vorgab. Martina Koederitz wäre heute nicht die Chefin der IBM Deutschland, hätte ich sie nicht 1986 - auch unter dem Druck einer solchen Quote – zusammen mit anderen Frauen eingestellt.

Um es klar zu sagen: Der Gesetzgeber ist völlig ungeeignet, Frauenquoten für die Besetzung von Managementpositionen vorzuschreiben, so wie es die EU-Kommissarin Reding will. Als Aufsichtsrat des führenden Anlagebauers SMS könnte ich keine Frau finden, die die notwendigen Montageerfahrungen im Ausland mitbringt, um dort im Vorstand tätig zu sein. Würde uns ein Gesetz zu Frauenquoten in Vorständen zwingen, müssten die Unternehmen massenweise Vorstände mit Scheinverantwortung ins Schaufenster stellen.

Kommentare (14)

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24.09.2012, 12:40 Uhr

Wichtiger als eine Frauenquote ist die längst überfällige Gleichstellung beim Lohn/Gehalt.

Account gelöscht!

24.09.2012, 12:53 Uhr

"Eine gesetzliche Frauenquote im Management macht wenig Sinn, wenn es an passenden Kandidatinnen mangelt."
@Henkel: Wir sind Zeugen unzähliger, wie Sie es so nennen: pssende Kndidaten, die als Manager viele große Unternehmen gegen die Wand gefahren sind: Jürgen Schremp erleichterte Mercedes um mehr als 10Milliarden Euro durch Crysler-Kauf. Zumwinkel hat viele Milliarden Deutsche-Post-Vermögen durch DHL in USA versenkt. Deutsche Telekom und Ron Sommer ähnliches Schicksal, Porsche durch Wendelin Wideking, Pfleiderer, Praktiker, Arcondor, Banken, Landesbanken....nach USA brauchen wir gar nicht zu schauen. Wenn man weiter bohrt, dann fragt man sich von welchen passenden Kandidaten Sie eigentlich reden? Top-Manager wird man nicht, weil man der passende Kandidat ist, sondern wie gut man sich verkaufen kann, und wie gut man intrigieren kann. Wenn die wahren passenden Kandidaten tatsächlich am Werk gewesen wären, hätten die oben genannten Top-Unternehmen nie so große Problem bekommen, mit denen sie immer noch zu kämpfen haben, siehe die Deutsche Telekom. Die Fehlentscheidungen des früheren Management hängen ihr immer noch wie Klotz am Bein.

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24.09.2012, 13:07 Uhr

In einer Mangelwirtschaft werden viele Frauen in öffentlichen Positionen gebraucht.

Sie beruhigen und es wird eher akzeptiert, wie das Wenige, das man hat, verteilt wird.

Trümmer-Frauen nach dem Krieg waren starke Helferinnen und der Mangel an Männern die im Krieg umkamen oder in Kriegsgefangenschaft waren wurde von Frauen ausgeglichen.

Also gewöhnt euch schon mal an lange Schlagen in Ämtern un dann sitzen dort füllige ältere Frauen, die die Anträge entegen nehmen oder Lebensmittel-Marken verteilen.

Deutschland läuft immer witer bergab und die frauliche Ausstrahlung soll das Schlimmste abfedern.

Gut' Nacht Deutschland.

Männer legt die Beine hoch ! Anstrengen lohnt sich nicht mehr in Deutschland.

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