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02.09.2013

09:33 Uhr

Henkel trocken

Kanzlerkandidatenduell ohne Kampf

VonHans-Olaf Henkel

Bei dem TV-Duell war die Harmoniesucht unüberhörbar. Denn als sich die Fragen um den Euro drehten, waren sich Steinbrück und Merkel einig. Dabei braucht die Europapolitik dringend eine Oppositionspartei.

Hans-Olaf Henkel – Henkel Trocken. Hans-Olaf Henkel, geboren 1940 in Hamburg, ist Autor und Honorarprofessor

Hans-Olaf Henkel – Henkel Trocken. Hans-Olaf Henkel, geboren 1940 in Hamburg, ist Autor und Honorarprofessor

Für das „Duell Merkel vs. Steinbrück“ muss man der ARD dankbar sein. Die Moderatoren versuchten fleißig, den Kandidaten unterschiedliche Positionen zu Mindestlohn, Rente, Steuern usw. zu entlocken. Sie gaben sich auch nicht immer mit den Antworten zufrieden.

So zielte Anne Will mit einer präzisen Frage zu den Beamtenpensionen direkt auf Steinbrück, mit Fragen zum Gesundheitswesen auf Merkel. Nur seltsam, als es um das wichtigste Zukunftsthema, den Euro, ging, war die Harmoniesucht sowohl zwischen den Kanzlerkandidaten als auch der Moderatoren unübersehbar und unüberhörbar.

Beide Kandidaten eierten bei der Frage nach den möglichen Kosten, die durch die Eurorettungspakete auf die deutschen Steuerzahler zukommen, herum. Nachfragen? Fehlanzeige! Beide setzten den Euro mit Europa gleich. Keine Nachfrage der ModeratorInnen!

Als Merkel behauptete, die Deutschen würden dem Euro ihren Wohlstand zu verdanken haben, blieb auch der angriffslustige Steinbrück stumm.
Als Steinbrück deutsche Leistungen für Griechenland mit dem Beispiel des Marschall-Plans rechtfertigte (die inzwischen eines Mehrfachen des Marshall-Plans für Deutschland entsprechen), sagte Merkel nichts.

Kommentare (45)

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Account gelöscht!

02.09.2013, 10:03 Uhr

"Man stelle sich vor, beide Kandidaten hätten mit Bernd Lucke, dem Gründer der „Alternative für Deutschland“, zu den Themen „Euro“ und Europapolitik“ diskutieren müssen. Lucke hätte wie ein begossener Pudel ausgesehen."

Ich hab's mal verbessert, so stimmt es dann.

beckerseba

02.09.2013, 10:03 Uhr

100% Zustimmung. Ich freue mich aber schon, wenn Prof. Lucke demnächst im Bundestag die entsprechenden Fragen stellt.

Idealerweise schafft es aber auch die FDP in den Bundestag, hat aber zusammen mit der CDU keine Mehrheit. Dann wird auf einmal zusammen mit der Alternative der Kurs geändert, denn die EU Verträge (no bail out) wird man ja wohl einhalten wollen, oder?

Watcher

02.09.2013, 10:07 Uhr

Zu der Kommentar von Herrn Henkel kann ich nur hinzufügen, dass dieses Probelm nicht nur bei der Eurofrage gilt, sondern insegesamt. Die Medien interessieren sich, mit Ausnahme des Handelsblatts, nur für die großen Pateien. Dank Handelsblatt gibt es mehr als nur Steinbrück und Merkel in den Medien. Sehe dazu auch z.B. www.medimess.de/index.php/blogbeitraege.

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