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15.07.2013

11:01 Uhr

Henkel trocken

Mehr Klartext von Verbandspräsidenten

VonHans-Olaf Henkel

Die deutschen Steuerzahler subventionieren mit ihrem Geld die Exporte der Wirtschaft. Kein Wunder also, dass dessen Größen der Schutzherrin dieser Idee bei jeder Gelegenheit huldigen: Kanzlerin Angela Merkel.

Hans-Olaf Henkel – Henkel Trocken. Hans-Olaf Henkel, geboren 1940 in Hamburg, ist Autor und Honorarprofessor

Hans-Olaf Henkel – Henkel Trocken. Hans-Olaf Henkel, geboren 1940 in Hamburg, ist Autor und Honorarprofessor

Vergangenen Samstag berichtete die Frankfurter Allgemeiner Zeitung über die Auftritte von Kanzerlin Merkel bei verschiedenen Wirtschaftsverbänden. Der Tenor: Bei aller vorsichtig geäußerten Kritik liegen die Verbandsvertreter der Kanzlerin zu ihren Füßen. Insbesondere wird ihre „besonnene und verantwortungsvolle Europapolitik“ immer wieder hervorgehoben. Steckt dahinter vielleicht das „Danke schön!“ für die vom Steuerzahler finanzierte Subvention deutscher Exporte? Um nichts anderes als um eine moralisch zweifelhafte Subvention handelt es sich, wenn ein aus südlicher Sicht überbewerteter Euro die Exporte des Südens belastet, ein aus deutscher Sicht unterbewerteter Euro unsere Exporte ankurbelt, die finanziellen Folgen dieser Politik im Süden durch deutsche Steuerzahler zu tragen sind.

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Wie die Bundestagswahl auch ausgeht, die Deutschen glauben nicht, dass sich danach etwas ändert. Stattdessen verlangen sie Fachwissen und Ehrlichkeit von den Kandidaten – sofern diese überhaupt wichtig für sie sind.

Ich weiß nicht, was mir hier mehr auf die Nerven geht: Die Selbstbeweihräucherung der Regierung oder die kritiklose Begleitung der Europolitik durch viele Verbandspräsidenten. Diese hätten nur ein paar Fragen zu stellen brauchen, zum Beispiel:

Warum schrumpft die Wirtschaft in der Eurozone, wächst die der deutschen um magere 0,3 Prozent, während die Weltwirtschaft um zwei bis drei Prozent ansteigt? Warum verzeichnet die Eurozone in diesem Jahr einen neuen Arbeitslosenrekord und steuert für das nächste Jahr mit über 20 Millionen einen weiteren Rekord an? Warum führen wir den Mindestlohn in Deutschland ein, wenn die Jugendarbeitslosigkeit in den Euroländern mit Mindestlohn katastrophale Höhen erreicht hat? Warum legt die sonst so euromantische Bundesregierung eine Energiewende hin, ohne diese mit auch nur einem der neun europäischen Nachbarn vorher abzustimmen?

Was bedeutet es für die Zukunft des Einheitseuros, wenn die französische Regierung erklärt, die EZB-Zinssätze seien zu hoch, während die Bundeskanzlerin in der gleichen Woche vor den Sparkassenvertretern sagt, sie seien zu niedrig? Wie will die Bundesregierung die schleichende Enteignung verhindern, der sich Rentner und Sparer durch eine Inflation ausgesetzt sehen, diese nicht nur deren Zinseinkommen sondern auch deren Kapital auffrisst? Was ist mit dem Euro als Friedensprojekt, wenn er für immer mehr Zwist innerhalb der Eurozone, insbesondere zwischen Frankreich und Deutschland, und einen immer breiteren Graben zwischen den Euroländern und den Nichteuroländern führt?

Kommentare (68)

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Account gelöscht!

15.07.2013, 11:33 Uhr

Danke, Herr Henkel, so wie Sie argumentiere ich schon seit langem.

Sie haben eine Menge Fragen gestellt. Die Antwort kann nur im deutschen "Wesen" liegen, das sich - auch über die Nazizeit hinaus - bei der Politklasse nicht geändert hat: DEUTSCHER Größenwahn, DEUTSCHE Selbstüberschätzung, DEUTSCHE Überheblichkeit was die Durchsetzbarkeit "politischer Projekte" anbelangt. Das Ende wird genauso furchtbar sein wie bei früheren Katastrophen für die Bevölkerung in Deutschland, die immer von DEUTSCHEN Politikern verursacht wurden...
Im Westen nichts Neues.

Und: Unter Hitler hat die deutsche Großindustrie auch glänzend verdient. Später auch mit Sklavenarbeitern. Hervorzuheben hier insbesondere BMW; Herr Reithofer ist ein extremer Eurobefürworter. Gestern Sklavenarbeiter für die Quandts, heute eben der Euro. Das Ergebnis zählt! Die deutsche Bevölkerung spielt keinerlei Rolle!

Numismatiker

15.07.2013, 11:33 Uhr

1) Was bedeutet es für die Zukunft des Einheitseuros, wenn die französische Regierung erklärt, die EZB-Zinssätze seien zu hoch, während die Bundeskanzlerin in der gleichen Woche vor den Sparkassenvertretern sagt, sie seien zu niedrig?"


Das heißt, daß die Zinsen nach der Wahl massiv gesenkt werden. Die Aussagen der Kanzlerin sind ohnehin nur Nebelkerzen und Beruhigungspillen.

2)"Wie will die Bundesregierung die schleichende Enteignung verhindern, der sich Rentner und Sparer durch eine Inflation ausgesetzt sehen, diese nicht nur deren Zinseinkommen sondern auch deren Kapital auffrisst?"

Garnicht. It's not a bug, it's a feature.

3)"Was ist mit dem Euro als Friedensprojekt, wenn er für immer mehr Zwist innerhalb der Eurozone, insbesondere zwischen Frankreich und Deutschland, und einen immer breiteren Graben zwischen den Euroländern und den Nichteuroländern führt?"

Euro als Friedensprojekt? HAHAHA, ich lach mich schlapp. Der Euro ist nichts anderes als der totale Krieg gegen D, nur ohne Waffen. Mittlerweile muß man sich überlegen, ob man nicht doch für die Türkei als Teil der EURO-Zone ist, denn welche Bevölkerung soll enteignet werden, wenn D vollkommen ausgeplündert ist?

Wilbert

15.07.2013, 11:39 Uhr

Ja ist denn schon wieder Montag? Klar, wenn das selbsternannte Weltorakel Olaf Henkel, aktuell auch Pressesprecher der AfD, sich meldet ist immer Montag. Nun hat er die Verbände der Unwissenheit bezichtigt. War da nicht mal der BDI-Präsident Henkel als oberster Verbandspräsident? Was hat er da eigentlich so getrieben? Hat er seine Mitgliedsfirmen aufgefordert im Interesse der südeuropäischen Unternehmen die eigenen Produkte teurer zu exportieren, damit diese Firmen bessere Absatzmöglichkeiten haben? Hat er die stetigen Währungsabwertungen dieser Länder zur DM gut geheißen? Nein, er hat genau das Gegenteil gefordert und war sich auch nicht zu schade, bei von Herrn Großmann regelmäßig eingeladenen Skatrunden mit Schröder und anderen "elitären Entscheidungsträgern" den Aushilfskellner zu machen. Zitat Schröder "Henkel, hol mir mal ne Flasche Bier". Und Henkel trabte los um die Bestellung aufzugeben. Von seinen politischen Ambitionen ist in Erinnerung: Mitglied der FDP, dann warens die "Freien Wähler", dann die "Unabhängigen Wähler" und jetzt ist es die AfD. Dieser Mann verkörpert in Person den Begriff Wendehals, dieser Hals hat soviele Wendungen das man ihn bequem als Flaschenöffner nutzen kann. Nun dieser Flaschenöffner hat jetzt die AfD geöffnet, in der sich die von der Wirtschaft und der Politik nicht mehr wahr genommene eitle Professörchen zusammenrotten um die Republik in die ökonomische Steinzeit zu hieven. Und für all dieses montägliche Gesabbere eines abgehalfterten Wendehalses zahlt das Handelsblatt auch noch Honorar und löscht kritische Beiträge zu diesem montäglichen Schwachsinn.

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