Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.10.2013

10:22 Uhr

Henkel trocken

Nationalmasochismus untergräbt die Demokratie

VonHans-Olaf Henkel

Mit der „Bankenunion“ untergraben Euro-Retter die Demokratie in Europa, schreibt unser Kolumnist Hans-Olaf Henkel. Vor allem Deutsche übten sich in „Nationalmasochismus“ und übersprängen mit Freude rote Linien.

Hans-Olaf Henkel – Henkel Trocken. Hans-Olaf Henkel, geboren 1940 in Hamburg, ist Autor und Honorarprofessor

Hans-Olaf Henkel – Henkel Trocken. Hans-Olaf Henkel, geboren 1940 in Hamburg, ist Autor und Honorarprofessor

Im öffentlich-rechtlichen Fernsehen bekommt die „Euro-Krise“ immer gern vergleichsweise harmlosere Titel verliehen, wie zum Beispiel „Staatsschuldenkrise“ oder „Finanzkrise“. Damit haben sich deren Redaktionen der Sprachregelung der Regierung angepasst und verhindern, dass jemand „Haltet den Dieb!“ rufen und den Euro ins Visier nehmen kann. Klar, wie andere Nicht-Euroländer auch, leidet die Eurozone unter den jahrzehntelang aufgetürmten Staatsschulden und den Langzeitfolgen der vor fünf Jahren ausgelösten Finanzkrise.

Nicht nur in der Eurozone müssen Banken stabilisiert, saniert oder gar stillgelegt werden. Überall, ob in Schweden, der Schweiz, den USA oder in Japan bleibt es vor allem eine Aufgabe der demokratisch gewählten Institutionen zu entscheiden, ob und wie der Steuerzahler die eigenen Banken rettet.

Mit der „Bankenunion“ sozialisieren die Euroretter jetzt nicht nur die Bankschulden, sie untergraben die Demokratie gleich mit.

Der erste Teil der Bankenunion kommt den kontrollfreudigen Deutschen allein schon durch seinen Titel entgegen. Allerdings verschleiert die „Europäische Bankenaufsicht“ den Blick auf das, worauf es den Vertretern der Südländer, denen Frankreichs vorneweg, wirklich ankommt: Auf die Vergemeinschaftung der Bankschulden in der Eurozone. Das ist auch kein Wunder, sind die Banken im Süden doch in der Regel viel höher verschuldet als jene im Norden. Professor Roland Vaubel von der Universität Mannheim hat kürzlich aufgedeckt, wie sich die Euroretter das vorstellen: über den ESM, „ganz gleich, was die Finanzminister entscheiden“.

Kommentare (39)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

RumpelstilzchenA

14.10.2013, 10:36 Uhr

#He...
ich glaube, Sie haben den Artikel nicht verstanden. Lesen Sie weiter Comics!
Ha ha....

Buerger_in_Sorge

14.10.2013, 10:38 Uhr

Die gesamte Staatsautorität versagt:
http://www.youtube.com/watch?v=9KthvxRMlsk

Ich gebe diesem Staat noch 10-15 Jahre dann wird der Kulturraum kippen mit allen Konsequenzen, da die Warner (Sarrazin, Heisig, Polizeikommisar Schäfer) von heute als Rechtspopulisten und Hetzer von der links-grünen Politik diffamiert und von den Medien ins Nirvana abgeschrieben werden.

vandale

14.10.2013, 10:51 Uhr

Den Nationalmaschochismus gibt es bei den Deutschen Politikern bereits seit mindestens den 70er Jahren.

Regelmässig hat Deutschland mehr in die EU eingezahlt als erhalten. Nationale Interessen wurden selten vertreten. Sehr viele Regelungen sind für Deutschland ausgesprochen ungünstig.

Die Einwanderungspolitik widerspricht spätestens seit den 70er Jahren den Deutschen Interessen. Auf qualifizierte Einwanderer hat man sehr wenig Wert gelegt.

Allerdings habe ich den Eindruck, dass ein grosser Teil der Bevölkerung dies zwar unter Bekannten kritisiert, dies jedoch weder offen ausspricht, noch Wahlentscheidungen daran ausrichtet. Insofern wird dieser Masoschismus von der Bevölkerung geduldet.

Vandale

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×