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28.05.2012

11:58 Uhr

Henkel trocken

Nicht nur in Spanien: Banken verstaatlichen!

VonHans-Olaf Henkel

Die EZB und Vertreter der Euro-Gruppe beraten über Direkthilfen an spanische Banken. Wird die nächste von Schäuble und Co. gezogene „Rote Linie“ überschritten? Die bisherigen Nutznießer sind in Frankreich zu finden.

Hans-Olaf Henkel – Henkel Trocken. Hans-Olaf Henkel, geboren 1940 in Hamburg, ist Autor und Honorarprofessor

Hans-Olaf Henkel – Henkel Trocken. Hans-Olaf Henkel, geboren 1940 in Hamburg, ist Autor und Honorarprofessor

Selbst die größten Euromantiker müsste diese Nachricht schockiert haben: Die Europäische Zentralbank (EZB) und Vertreter der Euro-Gruppe beraten „heimlich“ über Direkthilfen an notleidende spanische Banken. Damit wäre nicht nur der letzte Damm gebrochen und eine weitere von Schäuble und Co. gezogene „Rote Linie“ überschritten, dann müsste der deutsche Steuerzahler marode ausländische Banken direkt alimentieren.

Die bisher versandten Euro-Carepakete enthielten vor allem Geschenke an französische Banken. Wer sich fragt, warum Kanzlerin Merkel im Mai 2010 ihre anfängliche Position („Griechenland muss die Euro-Zone verlassen“) aufgegeben hat, findet die Antwort im kollektiven Druck des ehemaligen Präsidenten Sarkozy, seiner damaligen Finanzministerin, Lagarde, des damaligen Präsidenten des Internationalen Währungsfonds (IWF) Strauss-Kahn und des ehemaligen Präsidenten der EZB, Trichet: Alles Franzosen! Erst später merkten die Deutschen, dass sie nicht den Euro, auch nicht Griechenland, sondern vor allem französische Banken retteten. Die Franzosen sind in den Südländern am stärksten engagiert, die Deutschen haben dafür die größten Bürgschaften auf den Tisch gelegt.

Nun fällt der Weg aus der Krise auch deshalb schwer, weil sich drei Probleme auf einmal auftürmen. Da sind, erstens, die unbewältigten Langzeitfolgen der Finanzkrise; Banken stehen auf immer noch wackeligen Beinen. Zweitens sind zu viele Euro-Länder überschuldet, drittens hat sich der Euro von einer „one-size-fits-all“ zu einer „one-size-fits-none“-Währung entwickelt. Der Einheitszins war zu hoch für den Norden, zu niedrig für den Süden. Ohne Euro hätte die spanische Immobilienblase gar nicht erst entstehen können.

Kommentare (39)

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28.05.2012, 12:29 Uhr

Endlich einmal ein etwas mehr durchdachter Vorschlag, als diese vermaledeiten Eurobonds.
Aber für solche Entscheidungen müssen erst noch mehr Wähler links driften. Es sei denn die Politik ist diesmal schlauer,und handelt vorher.

Ohweiohweiohwei

28.05.2012, 12:53 Uhr

Die Vorschläge sind ausgezeichnet. Leider hat aber nur derjenige die Macht und das Sagen, wer das Geld hat (Banken). Politiker sind leider nur zweitklassige Marionetten, nur das Sprachrohr von den Banken, die in Wirklichkeit die Politik machen. Leider wird die Geldgier der Banken durch den von Ihnen praktizierte Zinseszins auch Deutschlnd in den Konkurs treiben. Welche Währung kommt als naechstes nach Heller, Pfennig, Gulden, Reichmark,Rentenmarkt, Mark, DDR Mark, DM, Euro?

Tabu

28.05.2012, 12:53 Uhr

Erst später merkten die Deutschen, dass sie nicht den Euro, auch nicht Griechenland, sondern vor allem französische Banken retteten
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Nein..nicht die Deutschen kamen spät dahinter,sondern unsere politische "Intelligencia".Ihnen fehlt da einfach,
das abgefeimte,das Böse,die Hinterhältigkeit.
Es gab Foristen,welche sofort erkannten auf welches Glatteis die Franzosen die Deutschen führten.
Merkel und Schäuble sind zu sehr Kopfmenschen,wo es sich um Formeln und Zahlen dreht,als Menschenkenner.Das beweisen sie immer wieder.
Sarkozy jedenfalls,hat für Frankreich mit Hilfe der deutschen Dummheit,alles in trockene Tücher gebracht.
Wer in diesen Zeiten nicht listig wie ein Fuchs ist,wird
übern Tisch gezogen.Nur..das Dilemma ist,wenn der Deutsche
sich als ebenso verschlagen erweist,trifft ihn voll die Nazikeule..da hat Sarrazin sehr recht mit.

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