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19.09.2011

10:57 Uhr

Hans-Olaf Henkel – Henkel Trocken. Hans-Olaf Henkel, geboren 1940 in Hamburg, ist Autor und Honorarprofessor

Hans-Olaf Henkel – Henkel Trocken. Hans-Olaf Henkel, geboren 1940 in Hamburg, ist Autor und Honorarprofessor

Führende Ökonomen zeigen immer wieder "Wege aus der Eurokrise" auf - so auch im Handelsblatt vom Wochenende. Sie reichen von  „mehr Zähne für den Stabilitätspakt“ bis hin zu „weniger politischen Einfluss auf die EZB nehmen“.

Die Antwort auf die Frage, warum die Politik in Zukunft höhere Hürden nehmen sollte, wo sie doch schon die niedrigeren gerissen hat, bleiben sie alle schuldig. Die Diskussion über echte Alternativen zur Politik des Einheitseuros bleibt hierzulande weiterhin ein Tabu. Erst nachdem FDP-Chef Rösler eine Insolvenz für Griechenland in Betracht gezogen hat, gab es einen „Aufruf gegen Denkverbote“ einiger Ökonomen.

Aber auch sie denken nicht weit genug. Sollte den Griechen einen Teil ihrer Schulden erlassen werden („haircut“), sie aber weiterhin in der Eurozone verbleiben, würde das sie und andere nur dazu verleiten, wieder neue Schulden zu machen. Griechenlands Wirtschaft würde dadurch nicht wettbewerbsfähiger: Es hat noch nie eine Umschuldung ohne Abwertung gegeben. Eine Abwertung ist aber in einer „one-size-fits-all“-Währung nicht möglich. Die Griechen müssten für den nächsten „haircut“ bald wieder zum Friseur.

Wenn die FDP-Führung das Berliner Wahlergebnis als Ablehnung einer alternativen Euro-Politik interpretiert, begeht sie einen katastrophalen Fehler. Dann wäre es wirklich Zeit für eine neue Partei.

Hans-Olaf Henkel, geboren 1940 in Hamburg, ist Autor und Honorarprofessor am Lehrstuhl Internationales Management der Universität Mannheim. Bekannt wurde der langjährige IBM-Manager vor allem als Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI).

Kommentare (6)

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Regulator

19.09.2011, 18:09 Uhr

Die von Panik geschüttelte FDP wird zu keiner geschlossenen Meinung kommen, dazu sind die Gruppierungen, die sie bilden zu weit auseinander. Was hat ein Herr Schäffler mit einem Herrn Katzimarkakis zu tun? Nichts.


Herr Henkel, Mut, gründen Sie eine neue liberale Partei, die von vielen Wählern als absolut notwendig erachtet wird.
Die "Piraten" haben nur Erfolge, weil es eine liberale Partei nicht gibt, die geschlossenen auftritt und eine wirkliche Alternative zu CDUSPDGRÜN anbieten kann.

ahmet.oeztop

20.09.2011, 00:31 Uhr

Aus meiner Sicht steht die FDP an einem Scheideweg.
Will sie den Weg von Angela Merkel mitgehn, muß sie dafür einen weichen Euro, dauerhaft höhere Inflationsraten und den Einstieg in die Transferunion und somit dauerhaft die Subventionierung wirtschaftlich schwächerer EU Länder in Kauf nehmen, ansonsten sind diese Länder bereits jetzt insolvent.
Will die FDP aber einen stabilen Euro muß sie diese Koalition beenden. Sofort!
Angela Merkel hat einmal gesagt, die EU ist eine Wertegemeinschaft, eine Schicksalsgemeinschaft. Ich stimme ihr zu. Aber die Spielregeln wurden in den Maastricht Verträgen festgehalten und diese sind die Basis dieser Wertegemeinschaft.




Freiherr

20.09.2011, 10:50 Uhr

Der ganze EURotraum ohne einheitliche Verwaltung funktioniert mittelfristig nur dann, wenn man Kreditsuendern den Prozess machen kann. Im Falle Griechenlands waere also eine Zwangsversteigerung von unbewohnten Inseln angesagt, denn Truemmer haben wir ja alle selbst genug.

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