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06.08.2012

07:49 Uhr

Henkel trocken

Wie die Freien Wähler die Euro-Politik aufmischen

VonHans-Olaf Henkel

Der Unmut der Deutschen über die Euro-Rettungspolitik wächst stetig. Bisher interessieren sich dafür zwar nur die Freien Wähler. Doch was sich jetzt schon wieder zeigt: Konkurrenz belebt das Geschäft.

Hans-Olaf Henkel – Henkel Trocken. Hans-Olaf Henkel, geboren 1940 in Hamburg, ist Autor und Honorarprofessor

Hans-Olaf Henkel – Henkel Trocken. Hans-Olaf Henkel, geboren 1940 in Hamburg, ist Autor und Honorarprofessor

Seit sich die Freien Wähler gegen den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) positionierten und sich entschlossen haben, 2013 bundesweit anzutreten, gibt es auch in Deutschland eine in einem Landesparlament (Bayern) vertretene demokratische Partei, die gegen den Euro-Rettungswahnsinn zu Felde zieht.

Alle Umfragen zeigen, dass sich eine wachsende Mehrheit der Bürger durch die Rettungspolitik bedroht fühlt. Da die im Bundestag vertretenen Parteien diese Sorgen ignorieren, müssten die Freien Wähler mit ihrem Alleinstellungsmerkmal in der Euro-Politik gute Chancen haben, die deutsche Parteienlandschaft aufzumischen. Ob sie es besser als die Piraten können, hängt davon ab, ob es ihnen gelingt, ein schlüssiges Parteiprogramm zu entwerfen und glaubwürdige Spitzenleute zu rekrutieren.

In Bayern zeigt sich schon jetzt, dass die Freien Wähler die Euro-Politik beeinflussen.

Nur eine Woche nachdem die CSU-Fraktion im Bundestag fast geschlossen für den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) stimmte, kündigte die bayerische Landesregierung eine Klage gegen bundesdeutschen Länderfinanzausgleich an. Komisch, keinem unserer in ihrer unverbrüchlichen Treue zum Euro ergebenen Journalisten ist aufgefallen, dass diese Ankündigung vom Votum der CSU für den ESM ablenken sollte. Der bayerische Anteil an den ESM-Risiken macht ein Vielfaches von dem aus, was dieses Bundesland nach Meinung seiner Politiker zu viel in den deutschen Länderfinanzausgleich einzahlt. Anstatt sich, wie ihr Bundestagsabgeordneter Gauweiler vor dem Bundesverfassungsgericht, mit dem „Drachen ESM“ anzulegen, jagen Seehofer, Söder, Dobrindt & Co. den Hasen „Länderfinanzausgleich“.

Kommentare (31)

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06.08.2012, 08:38 Uhr

In dem sie die "dummen Shooterspieler" als Verbrecher abstempeln, können sie kein Land gewinnen und zeigen nur das sie in der Vergangenheit leben.

Freie Wähler ..., sind gar nicht so frei. Gegen den Euro sein ist das Eine, den Rest kann man vergessen.

JohannesKirk

06.08.2012, 09:39 Uhr

Spätestens nach einer Zustimmung des Bundesverfassungsgerichts sollten Ihre misslich, ärgerlichen Kommentare aber auch ein Ende finden. Ich fürchte aber, dass Sie auch danach auf unverantwortliche Weise irgendwelche Nebelkerzen werfen werden.

Abgesehen davon: derart offen Werbung für eine Partei zu praktizieren, und das NUR wegen eines einzelnen Themas auf deren Agenda, ist schon sehr fragwürdig. Ist das Handelsblatt zur Plattform bestimmter Parteien verkommen?

Rudolph

06.08.2012, 10:44 Uhr

Ja haben wir denn schon wieder Montag?, Jawoll, wenn das deutsche Orakel Olaf sich meldet ist immer Montag. Vom Handelsblatt für seine aus der Phrasendreschmaschine zusammengestellte Antieuroaktion gut bezahlte Dauerwahlwerbung für die "freien Wähler" beglückt er uns auch heute wieder mit seiner unerreichten Wahrheit. Wer sonst als er, der überirdische Olaf Henkel, ist in der Lage die Lösung für alle Probleme parat zu haben. Heute Euro, morgen die ganze Welt.
Es ist schon erstaunlich, dass das ehemals seriöse Handelsblatt einem [...] Selbstdarsteller wöchentlich ein Forum zu bieten (und zu bezahlen) um sich
in eitler Selbstüberschätzung als Spitzenwahlwerber für die "freien Wähler" in Szene zu setzen.
Herr Henkel, es ist einfach nur noch öde Sie jeden Montag im HB zu "erleben". [...]. [+++ Beitrag von der Redaktion editiert +++]

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