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24.01.2011

23:00 Uhr

Der Chipbranche geht es so gut wie seit langem nicht mehr. Allerorten präsentieren die Chefs der großen Hersteller in diesen Tagen stolz ihre Jahreszahlen. Nur bei AMD hängt der Haussegen schief. Den Vorstandsvorsitzenden hat der Verwaltungsrat gerade gefeuert, ein Nachfolger ist nicht in Sicht, und die jüngsten Ergebnisse sind bescheiden.

Schlimmer noch: In wichtigen Wachstumsbereichen ist der Konzern aus dem Silicon Valley noch immer nicht vertreten. Erzrivale Intel investiert Milliarden in neue Geschäftsfelder wie Smartphones und Tablet-PCs. AMD hingegen muss sich anstrengen, im Kerngeschäft mit Prozessoren für PCs, Notebooks und Netzwerkrechner den Anschluss nicht zu verlieren.

Wer auch immer auf den geschassten Vorstandschef Dirk Meyer folgt: AMD wieder flottzumachen ist eine extrem schwere Aufgabe. Schon der Blick auf die Marktanteile in den angestammten Bereichen zeigt, dass AMD ein Problem hat: Intel besetzt etwa 80 Prozent des Marktes für Prozessoren, den Gehirnen eines jeden Rechners. AMD kommt auf magere elf Prozent.

Da ist es für AMD nur ein schwacher Trost, dass der Konkurrent im boomenden Geschäft mit Chips für die modernen Smartphones und Tablet-PCs ebenfalls hinterherhinkt. Wenn es um mobile Geräte geht, dann haben derzeit Wettbewerber wie ARM oder Qualcomm die Nase vorn.

Doch Intel übernimmt in diesen Tagen die Mobilfunksparte von Infineon und sichert sich damit wichtiges Know-how im Geschäft mit mobilen Geräten. AMD hingegen fehlt das Geld für große Übernahmen. Zum Vergleich: Im abgelaufenen vierten Quartal verbuchte die Firma einen Gewinn von 375 Millionen Dollar, bei Intel waren es 3,4 Milliarden.

Trotzdem hat AMD eine Chance. Kunden wie Hewlett-Packard oder Dell haben kein Interesse daran, künftig ihre Prozessoren für PCs und Notebooks nur noch bei Intel einkaufen zu können. Sie wollen Auswahl. Untergehen wird AMD deshalb nicht. Ob der Konzern aber langfristig auf eigenen Beinen stehen kann, ist ungewiss.

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