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21.01.2011

07:00 Uhr

Inside Goldman Sachs

Als Vorbild für die Branche ausgedient

VonMichael Maisch

Das Erfolgsrezept der Investmentbank stößt durch neue Auflagen an seine Grenzen. Risiko ist nicht mehr gefragt, und mit weniger RIsiko läuft es nicht mehr wie gewohnt.

Michael Maisch ist Korrespondent in London. Quelle: Pablo Castagnola

Michael Maisch ist Korrespondent in London.

Eigentlich reicht eine Zahl, um zu zeigen, dass im Investment-Banking neue Zeiten anbrechen: Goldman Sachs, die erfolgreichste Wall-Street-Bank, musste gestehen, dass im vierten Quartal das Geschäft mit Anleihen, Devisen und Rohstoffen um 48 Prozent eingebrochen ist. Es liegt jetzt bei 1,6 Milliarden Dollar.

Gut, der Rest der Zahlen sieht auch nicht beeindruckend aus: Insgesamt fiel der Nettogewinn um knapp die Hälfte. Aber das Anleihegeschäft galt nach der Krise als Königsdisziplin im Investment-Banking und sorgte dafür, dass nicht nur Goldman, sondern auch der Rest der überlebenden Banken schnell wieder Rekordgewinne machte. Doch dann kam die Euro-Schuldenkrise, und mit ihr kehrte die Verunsicherung an die Märkte zurück. Natürlich werden die nervösen Investoren irgendwann den Mut zurückgewinnen und den Goldman-Händlern wieder mehr Aufträge bescheren. Aber das ändert nichts daran, dass Goldman nicht mehr als Vorbild für die Branche taugt.

Von Merrill Lynch bis zu Lehman Brothers wollten vor der Krise alle so sein wie Goldman. Dieser Ehrgeiz kostete die weniger geschickte Konkurrenz oft genug die Selbstständigkeit oder sogar die Existenz. Das Goldman-Modell zeichnete sich dadurch aus, dass die Bank auch selbst ins Risiko ging, im Handel auf eigene Rechnung, mit Firmenbeteiligungen und hauseigenen Hedge-Fonds. Doch all diese Aktivitäten haben die US-Aufseher eingeschränkt. Und die deutlich härteren Kapitalanforderungen, die auf die Branche zukommen, werden dafür sorgen, dass sich im gesamten Handel weniger Geld verdienen lässt. Deshalb müssen sich die Banken nach stabileren Geschäftsmodellen umsehen.

Nur wenige Stunden nachdem Goldman sein wenig erfreuliches Ergebnis präsentiert hatte, wurde die Deutsche Bank von der Fachzeitschrift International Financing Review als Bank des Jahres ausgezeichnet – das ist eine Art Oscar der Geldbranche. Die Jury begründete die Entscheidung auch mit der Verzahnung zwischen Investment-Banking, Privat- und Firmenkundengeschäft und Vermögensverwaltung. Entsteht hier ein neues Vorbild?

Kommentare (1)

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Kapitalverbrecher

21.01.2011, 11:59 Uhr

Goldman Sachs

boniausschüttung gesamt 2010: 17,5 Milliarden US$
Ausschüttung 2010 pro Mitarbeiter: 430.000 US$ bonus!
Gesamtgewinn Goldman Sachs 2010: 8 Milliarden US$

Für mich sind das Finanzterroristen und Kapitalverbrecher - wie kann diese Abzockereien endlich stoppen?!


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