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13.01.2011

07:00 Uhr

Hans-Peter Siebenhaar ist Medienredakteur. Quelle: Pablo Castagnola

Hans-Peter Siebenhaar ist Medienredakteur.

Die Aktie des Bezahlsenders Sky spielt Jo-Jo. Zeitweise lag das Papier des krisengeschüttelten Bezahlsenders mit über 20 Prozent im Plus. Die Stimmung in der neuen Konzernzentrale der News-Corp.-Tochter war gestern daher prächtig. Erleichterung macht sich unter den 1 700 Mitarbeitern breit. Ist die Trendwende geschafft?

Für eine Antwort ist es noch viel zu früh. Die gestern von Sky überraschend vorgelegten Kennzahlen zum vierten Quartal machen den Anlegern und den Mitarbeitern zumindest Mut. Seit langem ist die Zahl der Abonnenten nicht mehr so stark gewachsen. Das Angebot mit einem Dutzend HD-Sendern kommt an. Zudem sind die Kunden bereit, für hochqualitatives Fernsehen mehr Geld auszugeben.

Doch damit ist aber noch nicht die langersehnte Wende geschafft. Vorstandschef Brian Sullivan hat mit seiner Offensive aber die Grundlage geschaffen, damit das Krisenunternehmen mittelfristig in die schwarzen Zahlen kommen könnte. Dem 49-Jährigen ist es gelungen, Vertrauen im Markt und bei Anlegern wiederherzustellen. Das ist ein großes Verdienst.

Noch im Spätherbst sah es duster aus. Damals waren der Sender und sein Vorgänger Georg Kofler in die Schlagzeilen geraten. Die Börsenaufsicht BaFin hatte dem früheren Kirch-Zögling Bilanztricksereien amtlich bestätigt. Im Gegensatz zu dem vollmundigen Kofler ist Sullivan vorsichtig. Er verspricht nichts, was er nicht halten kann. Deshalb nennt der clevere Amerikaner auch kein Jahr für das Erreichen der Gewinnschwelle. Die 2,653 Millionen Abonnenten zum Jahresende reichen auf alle Fälle noch nicht, um operativ in die schwarzen Zahlen zu kommen. Das weiß auch Rupert Murdoch, der Sky vor drei Jahren übernommen hatte. Er pumpte 60 Millionen Euro in den Sender, damit er für die Zukunft gerüstet ist.

Die Zukunft von Sky steht und fällt mit der Bundesliga. Im zweiten Halbjahr wird mehr Klarheit herrschen. Dann schreibt die Deutsche Fußball-Liga die Fernsehrechte aus. Das Geschick der Profiklubs bei der Vergabe der Liverechte wird entscheidend sein für das Schicksal der News-Corp.-Tochter.

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