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22.01.2010

08:22 Uhr

Internet

Wohin nur mit Googles Geld?

VonRobert Cyran (breakingviews.com)

Nicht China stellt Google vor das größte Problem, sondern die Frage: Wohin mit dem ganzen Bargeld? Aufgrund einer Erholung bei der Online-Werbung und einer erhöhten Effizienz ist der freie Cash Flow des Suchmaschinengiganten im vierten Quartal um 44 Prozent auf 2,5 Mrd. Dollar gestiegen. Google sollte ihn an die Aktionäre weiterreichen.

In den vergangenen Wochen hatte Google vor allem mit seiner Warnung für Furore gesorgt, sich vielleicht ganz aus China zurückzuziehen, nachdem das Unternehmen durch Hacker angegriffen worden war. Zwar mögen sich die Investoren Sorgen über die möglichen Folgen eines Abrückens aus einem der am schnellsten wachsenden Märkte für die Internetsuche machen. Aber eigentlich sind die Probleme von Google im Reich der Mitte relativ geringfügig, wenn man sie mit der Herausforderung vergleicht, wie die Firma ihr Geld umsichtig ausgeben sollte.

Nach Angaben des Unternehmens unter der Leitung von Eric Schmidt sind umfangreiche Investitionen geplant. Schön und gut - die Einnahmen sind im vierten Quartal binnen Jahresfrist schließlich auch um 17 Prozent geklettert. Ein derartiges Wachstum erfordert zusätzliche Kapazitäten. Aber dies wird nicht allzu viele liquide Mittel in Anspruch nehmen. Der Investitionsaufwand betrug im Berichtsquartal lediglich 289 Mill. Dollar. Selbst wenn Google alle drei Monate das Doppelte ausgeben würde, wie in den Jahren 2007 und 2008, würde das das Bankguthaben der Firma kaum beeinträchtigen.

Natürlich sieht Google auch jede Menge potenzieller Geschäftschancen, bei denen sich Ausgaben rechtfertigen lassen. Der Datenverkehr im Mobilfunkbereich schießt durch die Decke und der Suchmarkt für mobile Geräte steht vor einem Boom, da immer mehr Kunden zu Smartphones greifen. Online-Softwaredienste und soziale Netzwerke sind zwei weitere Gebiete mit hohem Wachstum, die von Google zu Recht hervorgehoben werden.

Doch selbst diese Initiativen reichen nicht aus, um die Frage zu beantworten, was Google sinnvollerweise mit seinem Geld anfangen sollte. Die Firma unternimmt in diese Richtungen bereits Vorstöße - und doch steigt der freie Cash Flow nach wie vor. Eine Option wäre der Zukauf anderer Unternehmen. Doch bisher bestand die größte Akquisition, die Google vorgenommen hat, in der Übernahme von YouTube für 1,7 Mrd. Dollar - und die war über Aktien erfolgt. Es ist also unwahrscheinlich, dass die Firma genug gute Übernahmekandidaten aufspüren kann, um vertreten zu können, an einer solchen Fülle an Dollarscheinen für Akquisitionen festzuhalten. Eine Portion an die Aktionäre weiterzureichen, über die Zahlung von Dividenden oder über Rückkäufe, ist längst überfällig.

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