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12.01.2010

18:40 Uhr

Kampf um Süßigkeiten

Cadbury-Verteidigung scheint Kraft fürs Erste fernzuhalten

VonAlexander Smith (breakingviews.com)

Cadbury hat noch keine Schokoladenhasen aus dem Hut gezaubert. Die letzte Verteidigungsschrift des britischen Süßwarenherstellers könnte aber reichen, um die jüngste feindliche Übernahmeofferte von Kraft abzuwehren. Ein höheres Angebot des US-Konzerns aber könnte die Zukunft von Cadbury erneut in die Schwebe bringen, ebenso ein späteres gemeinsames Gebot von Ferrero und Hershey.

Cadbury bleibt bei der Strategie, seinen Wert als eigenständiges Unternehmen hervorzuheben. Die Firma hat bereits ein klares Bekenntnis zu einem Umsatzwachstum von fünf bis sieben Prozent in diesem Jahr abgegeben, die operative Marge soll bis 2013 auf 16 bis 18 Prozent steigen, nachdem sie im letzten Jahr bei 13,5 Prozent lag. Außerdem hängt man den Aktionären eine Möhre in Gestalt zweistelligen Dividendenwachstums unter die Nase.

Angesichts des Umsatzwachstums und einer zehnprozentigen Dividendenerhöhung herrscht kein Zweifel daran, dass Cadbury die überaus schweren Bedingungen des Jahres 2009 gut gemeistert hat. Damit wird das Argument unterstrichen, dass eine Führungsmannschaft am Ruder bleiben sollte, die ihr Geschäft kennt und in schwierigen Zeiten derart gute Ergebnisse erzielt.

Diese Auffassung wird wohl solange überzeugen, wie Kraft bei seiner Bar- und Aktienofferte bleibt, die Cadbury-Aktien derzeit mit 762 Pence deutlich niedriger bewertet als die Börse. Kraft-Chefin Irene Rosenfeld könnte es zwar mit ihrer Charmeoffensive in letzter Minute gelingen, noch einige Aktionäre zu überzeugen. Deren Fokus wird jetzt aber stärker auf den Umtauschkurs als auf Persönlichkeiten gerichtet sein, wenn über einen Aktientausch entschieden wird.

Die Briten argumentieren, dass mit 770 Pence je Aktie die Kraft-Offerte dem Zwölffachen des Cadbury-Betriebsgewinns (Ebidta) von 2009 entspricht. Das ist weniger als das 14,3fache, dass Kraft im Jahr 2003 für das Kaugummigeschäft von Adams bezahlte, und weit vom 18,5fachen entfernt, dass Mars 2008 für Wrigley ausgab. Um in die Nähe des Wertes zu kommen, den man für Adams bezahlte, müsste Kraft sein Gebot auf über neun britische Pfund pro Cadbury-Aktie bringen. Angesichts der von Kraft-Aktionär Warren Buffett wohlkolportierten Bedenken, die Firma könne versucht sein, zuviel für Cadbury zu bezahlen, dürfte eine solche Erhöhung kaum erfolgen.

Cadburys Verteidigung sollte die Aktionäre vom Wert der Eigenständigkeit des Unternehmens überzeugen. Wenn aber doch noch ein höheres Gebot kommt, entweder von Kraft oder von Ferrero und Hershey, dürfte die Bewahrung von Cadburys Unabhängigkeit deutlich schwerer werden.

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