Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.01.2008

13:39 Uhr

KKR/Legg Mason

Jede Hilfe ist willkommen

VonLauren Silva (breakingviews.com)

KKR investiert 1,25 Mrd. Dollar in den traditionellen Vermögensverwalter Legg Mason. Legg Mason wird einen Teil der Erlöse dafür verwenden, Vorzugsaktien von der in Liquiditätsnöte geratenen Citigroup zurückzukaufen. Aber was auch immer dahinter steckt, für KKR erfüllt der Deal alle wichtigen Voraussetzungen.

Citigroup hat Kohlberg Kravis Roberts (KKR) früher immer dabei geholfen, gigantische Übernahmen zusammenzuschweißen. Jetzt unterstützt die Bank die Beteiligungsgesellschaft indirekt dabei, sich einen bedeutenden Anteil an Legg Mason zu sichern. Die Firma von Henry Kravis investiert 1,25 Mrd. Dollar in den Vermögensverwalter. Legg wird einen Teil davon verwenden, um Vorzugsaktien im Besitz von Citigroup zurückzukaufen. Ironischerweise hat der Liquiditätsbedarf des Bankengiganten möglicherweise den Abschluss des Deals leichter gemacht. Wie auch immer, für KKR erfüllt die Investition jedenfalls alle wichtigen Voraussetzungen.

Die Investition der Übernahme-Firma in ihren eher altmodischen, traditionellen Vetter kommt aus der Sicht von KKR zu einem guten Zeitpunkt. Durch die Kreditkrise haben sich die Türen zu großen fremdfinanzierten Übernahmen geschlossen. Stattdessen halten die Unternehmensjäger Ausschau nach Gelegenheiten, sich umfangreiche Minderheitsbeteiligungen einzuverleiben. Das ist vielleicht nicht ganz das, was KKR-Investoren erwartet hatten. Aber es kann durchaus sinnvoll sein, wenn die Übernahme-Gesellschaft die richtigen Konditionen und ein gewisses Maß an Einfluss aushandeln kann. Auch das Volumen des Deals ist wichtig, um den Mitarbeiteraufwand gering und die Kosten niedrig zu halten.

KKR scheint diese drei Ziele allesamt erreicht zu haben. Die Wandelanleihe, an der KKR sich beteiligt, rentiert bis 2015 mit jährlich 2,5 Prozent. Das Instrument kann dann zu 88 Dollar je Aktie gewandelt werden, das liegt um rund 20 Prozent über dem derzeitigen Kurs. Mit anderen Worten ist die Investition nach unten einigermaßen gut abgesichert und es besteht die Möglichkeit einer netten Beteiligungsoption im Wandlungsfall, wenn die Entwicklung einigermaßen günstig verläuft.

Wenn die Anleihe gewandelt wird, würde KKR rund zehn Prozent an Legg halten. Damit wäre ihr Anteil groß genug, um Einfluss ausüben zu können. Zusätzlich soll der KKR-Manager Scott Nuttall in den Board von Legg aufgenommen werden. Und man sollte ja sicher hoffen dürfen, dass eine Übernahme-Firma als Partner etwas Positives zur Leitung des Geschäfts eines Asset Managers beitragen kann.

Was den soliden Umfang des Abschlusses angeht, hat möglicherweise der Liquiditätsbedarf von Citigroup eine indirekte Unterstützung geboten. Legg wird einen Teil der liquiden Mittel für eigene Zwecke einsetzen – ohne Zweifel eine willkommene Finanzspritze. Aber KKR war vielleicht deshalb in der Lage, eine umfangreichere Investition zu tätigen, weil Citigroup, der jedes erdenkliche Mittel recht ist, ihre Bilanz aufzubessern, aussteigen wollte. Das mag nicht die Art von Unterstützung sein, die KKR früher einmal von Citigroup erwartet hat, aber alles hilft, wenn ordentliche Deals rar sind.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×