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27.02.2013

09:41 Uhr

Kleinleins Klartext

Ach du dickes Ei…

VonAxel Kleinlein

… oder wie die Allianz auf Kosten der Steuerzahler an den aktuellen Eierskandalen mitverdient. Eine erstaunliche Geschichte zur Vorbereitung für die nahende Osterzeit.

Axel Kleinlein gilt aktuell als einer der schärfsten Kritiker der Versicherer. Er ist Vorsitzender des Vorstandes beim Bund der Versicherten.

Axel Kleinlein gilt aktuell als einer der schärfsten Kritiker der Versicherer. Er ist Vorsitzender des Vorstandes beim Bund der Versicherten.

Jetzt sind die Eier dran. Passend zu der Zeit vor Ostern hat sich das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ des neuen Eierskandals angenommen. In Kürze: Nach den letzten Skandalen vor ein paar Jahren änderten die Verbraucher ihr Kaufverhalten und verlangen seitdem nach erheblich mehr Bioeiern. Passend dazu stieg auf einmal die Bioeierproduktion erheblich an. Keiner wunderte sich über die unwahrscheinliche Vergrößerung des Bioangebots.

Jetzt wissen wir, wie die Läden ihre Regale mit Bioeiern bestückten: Es waren gar keine Bioeier. Nun überschlagen sich die Verbraucherminister wieder einmal mit Forderungen nach „Aufklärung“, “Transparenz“ und „härterem Durchgreifen“.

Doch wie kommt jetzt die Allianz ins Spiel?

Eine erste Vermutung könnte sein, dass nun die Verbraucherminister durch den Eierskandal weniger Zeit hätten, sich um die Versicherer zu kümmern. Dadurch könnte die Versicherungsbranche unkontrollierter und noch ungehemmter an die Geldbeutel der Verbraucher gehen. Eine solche Vermutung würde aber nur dann zutreffen, wenn die Verbraucherminister tatsächlich auch mal scharf gegen die Versicherer zu Felde ziehen würden. Dem ist leider nur sehr selten so.

Wie kommt es dann also, dass die Allianz Nutznießerin des Eierthemas ist?

Der Allianzkonzern umfasst mehr Versicherer als nur Lebens-, Kranken- und Sachversicherer. Er versichert auch Deals. Wenn zum Beispiel ein deutsches Unternehmen einen Deal mit einem ukrainischen Partner machen möchte, dann haben die Deutschen womöglich Befürchtungen, dass die Ukrainer ihren Verpflichtungen nicht nachkommen. Um sich sicher sein zu können, dass sie auch auf jeden Fall ihr Geld für die Ware erhalten, kann sich das deutsche Unternehmen dagegen versichern, wenn aus der Ukraine kein Geld fließen würde. In diesem Fall würde dann die Versicherung einspringen.

Im Allianzkonzern hat sich eine Tochter der französischen Allianz auf solche Versicherungen spezialisiert, die „Euler Hermes“. Wegen des Namens der Versicherung, und weil sich eine solche Versicherung so „anfühlt“ wie eine Bürgschaft, hat sich auch der Name „Hermesbürgschaft“ für diese Versicherung durchgesetzt.

Jedes Mal, wenn eine „Hermesbürgschaft“ abgeschlossen wird, verkauft also die Allianz eine Versicherung.

Kommentare (3)

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AxelSiegler

27.02.2013, 10:09 Uhr

*???* ... ja und????

Edmidt

28.02.2013, 11:34 Uhr

Ich bezahle als Steuerzahler also dafür, dass die Legebatterien nicht verschrottet, sondern in der Ukraine wieder aufgebaut und weiterbetrieben werden.

MC80

06.03.2013, 09:43 Uhr

Zum Glück für die deutschen Unternehmen gibt es solche Absicherungen !!!!! Sonst würde die Ukraine Mist liefern und das deutsche Unternehmen geht den Bach runter. Und die Ukrainer liefern an den nächsten deutschen Betrieb .....also Danke Allianz !!!!!

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