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14.02.2013

14:54 Uhr

Kleinleins Klartext

Angucken aber nicht Anfassen

VonAxel Kleinlein

Die Versicherer wünschen sich eine Änderung bei der Verteilung der Überschüsse. Versicherer können dann mit hohen Beteiligungen werben, die Kunden aber nicht davon profitieren.

Axel Kleinlein gilt aktuell als einer der schärfsten Kritiker der Versicherer. Er ist Vorsitzender des Vorstandes beim Bund der Versicherten.

Axel Kleinlein gilt aktuell als einer der schärfsten Kritiker der Versicherer. Er ist Vorsitzender des Vorstandes beim Bund der Versicherten.

Kennen Sie auch diese wunderbaren Frühstücksbuffets? Da präsentieren die Hotels zwischen 6:30 Uhr und 10:00 Uhr auf silbernen Platten diverse Käse- und Wurstsorten. Meist gibt es auch Lachs und Sahnemeerrettich und in Warmhaltevorrichtungen findet der hungrige Hotelgast Rührei, Speck und kleine Würstchen. In billigeren Hotels kommt das Rührei aus dem Tetrapack, in besseren aus echten Eiern und in den ganz noblen Häusern kann man sogar zugucken, wie ein Koch das Rührei oder Spiegelei frisch zubereitet.

Jetzt stellen Sie sich vor, Sie gucken dem jungen Mann zu, wie er die Eier aufschlägt, würzt und brät. Dann arrangiert er das Spiegelei auf einem Teller, sodass Sie schon fast zugreifen können. Jetzt kommt aber der Hotelmanager, nimmt das Rührei, stellt es in eine Glasvitrine uns schließt ab. Stattdessen bekommen Sie nun ein labbriges Brötchen und Marmelade. Sie können das Spiegelei aber immerhin angucken.

Genauso wünschen sich viele Versicherer die Überschussbeteiligung der Zukunft.

In Rolle des Kochs ist das Unternehmen, das vollmundig damit prahlt, dass es sehr viele Überschüsse aus den Gewinnen an die Kunden gibt. Die Aufsichtsbehörde bestätigt dies auch mit Inbrunst. Hohe Summen werden aus dem Rohgewinn in den Überschusstopf gesteckt. Eigentlich sieht alles ganz gut aus. Auch in den Geschäftsberichten findet sich die Bestätigung, dass den Kunden diese hohen Werte zustehen. Diese hohen Überschusswerte werden schön auf dem Teller dekoriert und dem Kunden vor die Nase gehalten.

Dann kommt aber die Ernüchterung: Anstatt den Kunden diese Überschüsse auch zukommen zu lassen, legen die Unternehmen diese Gelder in eine „Überschussvitrine“. Es gibt eine kleinere Vitrine, die heißt „freie RfB“ und zukünftig gibt es auch eine ganz Große, die von den Unternehmen „kollektive RfB“ genannt wird. Die ist zwar schön durchsichtig und die Verbraucher können auch sehen, wie viel Geld hier liegt. Sie können aber nicht von diesen Überschüssen profitieren. Manchmal werden zwar ein paar Euro aus der „freien RfB“ einigen Kunden zugesteckt, aus der „kollektiven RfB“ gibt es jedoch gar nichts.

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