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05.06.2013

15:36 Uhr

Kleinleins Klartext

Meine Wünsche an die Regierung

VonAxel Kleinlein

Das Wahljahr weckt Begehrlichkeiten. Die Versicherer sind besonders agil und haben bereits einen Wunschzettel abgegeben. Dabei wäre es an der Zeit, auch mal an die Kunden zu denken. Meine Forderungen an die Politik.

Axel Kleinlein gilt aktuell als einer der schärfsten Kritiker der Versicherer. Er ist Vorsitzender des Vorstandes beim Bund der Versicherten.

Axel Kleinlein gilt aktuell als einer der schärfsten Kritiker der Versicherer. Er ist Vorsitzender des Vorstandes beim Bund der Versicherten.

Die Bundestagswahl steht kurz bevor. Die Versicherungswirtschaft hat daher einen Katalog von politischen Forderungen vorgestellt. Als Antwort darauf skizziere ich hier eigene Vorstellungen. Ich hoffe, Sie finden vielleicht neue Ideen, empören sich über meine Positionen oder Sie fühlen sich bestätigt. So oder so hoffe ich zu einer intensiveren Diskussion beizutragen und für die Verbraucherbelange zu sensibilisieren.

Meine Forderungen:

Problemfeld 1: Keine weitere Schlechterstellung bei Lebensversicherungen!

• Eine weitere Minderung der Überschüsse muss vermieden werden. Für die Versicherten muss die Beteiligung an den Bewertungsreserven auch nach der Bundestagswahl uneingeschränkt bestehen bleiben.

• Es darf keine weiteren Möglichkeiten für die Unternehmen geben, die Rückkaufswerte noch geringer zu rechnen, wenn eine Kunde kündigt. Die Branche hofft aber bereits darauf, dass ihnen weitere Möglichkeiten gegeben werden, um den Kunden Gelder vorzuenthalten.

• Wir brauchen eine transparente, zeitnahe und verursachungsgerechte Beteiligung an allen Überschüssen. Die gegenwärtige Forderung, dass die Überschussbeteiligung nur „verursachungsorientiert“ sein soll, reicht als Leitlinie nicht aus. Mit dieser Leitlinie begründet heute zum Beispiel die Allianz sogar die systematische Schlechterstellung von Geringverdienern, Kinderreichen und Älteren bei bestimmten Riester-Renten.

Problemfeld 2: Wir brauchen endlich ein Problembewusstsein in der Altersvorsorge und eine konstruktive Lösungssuche!

• Die ineffiziente Förderung der Riester-Rente verstärkt die Gefahr der Altersarmut. Denn nur sehr wenige erhalten tatsächlich eine spürbar gute Riester-Rente im Alter. Viele wiegen sich während des Sparens aber in einer zu großen Sicherheit, ohne zu begreifen, dass ihr Riester-Vertrag unrentabel und für die gesamte Rentenlücke ohnehin unzureichend ist.

• Die Förderung der betrieblichen Altersvorsorge ist in vielen Bereichen ein Konjunkturprogramm für die Versicherungswirtschaft ohne die Altersvorsorge zu verbessern. Berechnungen zeigen zum Beispiel, dass die Entgeltumwandlung oft schlechter ist als ein privater Vertrag.

• Eine neue Regierung sollte daher verstärkt die Suche nach einer alternativen Altersvorsorge jenseits der Versicherungsprodukte und der gesetzlichen Rente betreiben. Die Entwürfe für ein Altersvorsorgekonto aus Baden-Württemberg können dabei ein erster Ansatz sein.

Kommentare (6)

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Wahlrecht

05.06.2013, 16:04 Uhr

Schlimm ist auch, dass die Private Krankenkassen Ärzte mit überhöhten Gebührensätzen für teils identische Leistungen wie in der GKV honorieren, und somit die Tarife immer höher treiben.
Logischerweise dürfte wie überall, nur für tatsächliche Mehr oder Besser Leistungen der Tarif belastet werden.
Schon aus diesem Grunde dürfte eine PKV Vollversicherung in dieser Form nicht zugelassen werden.
Zumindestens müssten PKV Kunden die gleichen Leistungen der GKV zu gleichen Tarifen angeboten werden. Damit der PKV Kunde eine Wahl und Wechselmöglichkeit bekommt.
Bei der PKV hat man nicht ohne Grund den Eindruck, dass sämtliche Lobby ihre starken Einflüsse einbringt, und der Kunde wenige Möglichkeiten des Eingriffes hat.
Gebt endlich den Bürgern ein richtiges Versicherungswahlrecht.

anonym

05.06.2013, 18:09 Uhr

Kleinlein redet schlau daher, hat aber keine Ahnung. Die Produkte die er gerne möchte gibt es nicht, da sie wirtschaftlich nicht finanzierbar sind. Soll er ne Versicherung suchen die ihm seine Hirngespinste finanziert - er wird keine finden! Das Handelsblatt und die Bundesregierung täte gut daran sich nicht von solchen gescheiterten Existenzen auf der Nase rumtanzen zu lassen. Es gibt wichtigere Aufgaben z.B. wie eine sinnvolle akzeptable und renditestarke Altersvorsorge im Volk zu etablieren. Wenn uns diese fehlt, sieht's in Deutschland bald düster aus!

hermann.12

05.06.2013, 18:58 Uhr

Der wichtigste Vorschlag für die PKV fehlt. Die Mitnahme der Altersrückstellungen bei Versicherungswechsel un echten Wettbewerb zu ermöglichen.

H.

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