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07.08.2013

12:24 Uhr

Kleinleins Klartext

Phrasenbingo für Versicherer

VonAxel Kleinlein

Viele Vorstände der Versicherer winden sich, wenn sie in der Öffentlichkeit Klartext reden sollen. Diese Eigenart kann manchmal ganz schön lustig werden. Eine Einladung zum Phrasenbingo der Versicherer.

Axel Kleinlein gilt aktuell als einer der schärfsten Kritiker der Versicherer. Er ist Vorsitzender des Vorstandes beim Bund der Versicherten.

Axel Kleinlein gilt aktuell als einer der schärfsten Kritiker der Versicherer. Er ist Vorsitzender des Vorstandes beim Bund der Versicherten.

Kennen Sie Bingo? Bei diesem besonders in England beliebten Spiel erhält zu Beginn jeder Mitspieler eine quadratische Tafel. Auf dieser stehen quadratisch angeordnet unterschiedliche Zahlen. Eine „Glücksfee“ beginnt dann - ähnlich wie bei der Lottoziehung - aus einer Trommel kleine Bälle mit Zahlen zu ziehen.

Jedes Mal, wenn eine Zahl gezogen wird, die auf der eigenen Tafel steht, kennzeichnet man diese. Zum Beispiel mit einer Münze, die man auf genau diese Zahl legt. Sobald auf der eigenen Tafel eine Zeile, eine Spalte oder aber eine Diagonale vollständig mit Münzen bedeckt ist, ruft man laut „Bingo“. Der erste, der „Bingo“ ruft hat gewonnen.

Es gibt auch Abwandlungen dieses Spiels. Eine bekannte Variante ist das sogenannte „Bullshit-Bingo“. Hierfür sitzen alle Mitspieler in einer Besprechung und lauschen den Vorgesetzten. Auf den Bingokarten stehen jetzt aber keine Zahlen mehr, sondern Begriffe und Phrasen. Zum Beispiel „Herausforderung“, „das Leben ist kein Ponyhof“ oder „Synergie“. Jedes Mal, wenn einer dieser Begriffe fällt, wird das zugehörige Feld markiert. Wer als erstes eine Zeile, Spalte oder Diagonale vollständig markiert hat, der gewinnt. Es empfiehlt sich aber bei dieser Abart des Bingo, im Falle eines Sieges nicht sofort laut zu rufen.

Es gibt das „Bullshit-Bingo“ in verschiedensten Varianten: Für Weihnachtsfeiern, Jubiläen oder auch die wöchentliche Abteilungsleiterrunde. Angesichts zahlreicher Interviews von Lebensversicherungsvorständen bietet sich auch noch eine neue Variante an: Das Lebensversicherungs-Phrasenbingo. Der CEO (Chief Executive Officer) eines britischen Versicherers gab dieser Tage ein Interview, bei dem viele Mitspieler auf Ihre Kosten gekommen wären.

Bereits die erste Frage im Interview war eine Bingo-Phrase für sich: Wie sich der Versicherer denn nun neu „positionieren“ würde? In der Antwort erklärte, der CEO, dass eine „deutliche Positionierung“ erfolgen müsse. Außerdem müsse man dabei die „Mitarbeiter mitnehmen“. Damit erreicht man eine „Aufbruchsstimmung“, sodass dann in „gemeinsamer Arbeit“ „sehr viel möglich“ wäre.

Kommentare (4)

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KritischFrischerGeist

07.08.2013, 15:55 Uhr

Mensch, mensch, mensch. Obwohl ich ein großer Freund vom Handelsblatt bin, finde ich den Artikel doch echt dünn. Die sogenannten "Floskeln" hört man tagtäglich - nicht nur von Versicherern! Und was sie wohl bedeuten mögen? Das weiß selbst das Vorschulkind und ansonsten gibt der Duden (nicht google) Aufschluss darüber! Viel Spaß!

R.B.

08.08.2013, 08:15 Uhr

was kleinlein schreibt ist ebenfalls bull shit..nicht mal bingo.

Mazi

13.08.2013, 14:38 Uhr

Ich halte den Beitrag für sehr gut abstrahiert und beschreibt das System ausserordentlich gut.

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