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06.03.2013

12:46 Uhr

Kleinleins Klartext

Und das schlechte Gewissen kommt bestimmt

VonAxel Kleinlein

Mit gutem Gewissen vorsorgen, das möchten viele. Doch es gibt keine Sicherheit für „saubere“ Anlagen. Die Anteile des Vertrags, die in den geeigneten Fonds fließen, sind nur ein Feigenblatt, um Kunden zu beruhigen.

Axel Kleinlein gilt aktuell als einer der schärfsten Kritiker der Versicherer. Er ist Vorsitzender des Vorstandes beim Bund der Versicherten.

Axel Kleinlein gilt aktuell als einer der schärfsten Kritiker der Versicherer. Er ist Vorsitzender des Vorstandes beim Bund der Versicherten.

Es ist ein Modetrend, wenn mal wieder die „ökologische“ und „nachhaltige“ Altersvorsorge von Finanzdienstleistern angepriesen wird. Neu ist dieser Trend nicht. Bei Riester-Renten war es das Ziel der Regierung – besonders von den Grünen - ethisch-sozial-ökologische Angebote zu stärken. Deshalb sind alle Riester-Anbieter verpflichtet, die Verbraucher darüber aufzuklären, in welchem Umfang sie derartige Kriterien bei den Produkten beachten.

Die meisten erklären frisch und frei, dass sie sich gar nicht an diesen Kriterien orientieren. Das reicht vom Gesetz her an Information aus. Ob sich das Unternehmen einfach nur nicht um diese Aspekte kümmert und ganz „normal“ anlegt oder ob es besonders „unfaire“ Anlagen tätigt, das erfährt der Verbraucher nicht. So hört man auch nur selten davon, dass ein Lebensversicherer auf dem Lebensmittelmarkt spekuliert oder auf hohe Renditen mit Kernkraftwerken setzt.

Ich kenne niemanden, der eine klare Grenze ziehen kann, wo die „guten“ Anlagen aufhören und in „normale“ Anlagen übergehen, und ab welcher Grenze eine Anlage als „unmoralisch“ einzustufen ist. Beim Begriff „unmoralisch“ wird ein Hauptproblem deutlich: Wie bewertet man Kapitalanlagen unter ethisch-sozial-ökologischen Gesichtspunkten? Gilt es dabei zum Beispiel auch Staatspapiere zu bewerten? Wenn ja, dann wird es schwierig, die Anleihen bestimmter Länder sauber einzuordnen. Wie sind China, Russland, Italien, USA oder Island zu bewerten? Als „ethisch-sozial-ökologisch O. K.“, als „normal“ und „eher unbedenklich“ oder als „indiskutabel“?

Es gibt mittlerweile eine ganze Reihe unterschiedlicher Labels, die das versuchen. Einige sind religiös motiviert und haben je nach Religion mal mehr und mal weniger Probleme mit bestimmten Anlagen. Zum Beispiel sind Aktienanlagen in Banken, Casinos oder der Waffenindustrie mal in Ordnung und mal nicht. Wer sich also tatsächlich nach ethisch-sozial-ökologischen Kriterien orientieren will, wenn es um Altersvorsorge geht, der ist gut beraten, genau zu schauen, an welchem Label er sich gerade orientiert.

Kommentare (2)

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Juergen

06.03.2013, 14:23 Uhr

Oh Gott, oh Gott, oh Gott,... Tolle geistige Ergüsse. Was soll davon den jemand noch nicht gewußt haben?
Welche konstruktiven Vorschläge zur Altersvorsorge kann Herr Kleinlein denn den "kleinen Mann" (30.´bis 50.´Euro Jahresbrutto)anbieten?
Und welche Vorschläge der Einkommensgruppe darüber?

Account gelöscht!

07.03.2013, 09:55 Uhr

Sowas nennt man Zielkonflikt und ist nichts Neues. Meistens funktioniert es schlecht oder garnicht.
Wer Geld anlegen will oder eine Altersversorgung ansparen will, sucht Rendite und nichts anderes.
Wer ökologisch leben wiil, geht auf den Wochenmarkt und kauft Rüben direkt vom Bauern.
Wer ein reines Gewissen haben will, geht am besten in die Kirche.
Man kann all das tun, dann aber bitte nacheinander und getrennt.

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