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17.02.2012

17:46 Uhr

Kolumne: Dutschke spricht

Merkel kann sich keinen Fehltritt mehr leisten

VonMarek Dutschke

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat das Amt des Bundespräsidenten wie kein Kanzler vor ihr missbraucht. Sie hat nichts aus dem Köhler-Debakel gelernt. Nach dem Rücktritt von Christian Wulff bläst ihr der Wind ins Gesicht.

Rudi-Marek Dutschke – Dutschke spricht. Marek Dutschke, geboren 1980, ist der Sohn von Rudi Dutschke.

Rudi-Marek Dutschke – Dutschke spricht. Marek Dutschke, geboren 1980, ist der Sohn von Rudi Dutschke.

Das Thema Christian Wulff lässt uns keine Ruhe. Bereits heute wird sich Günther Jauch in einer Sondersendung zum gefühlt hundertsten Mal dem Thema widmen. Die Staatsanwaltschaft in Hannover hat endlich angekündigt, den Verdacht der Vorteilsnahme im Amt zu prüfen. Wulff ist daraufhin prompt zurückgetreten.

Es wurde wirklich Zeit. Nicht nur, dass die nie endenden Berichte über Urlaubsaufenthalte, Sponsoring-Partys und Firmenhandys unerträglich waren (besonders auch die Bilder von Wulffs Haus). Nein, besonders unangenehm waren die Stellungnahmen von Wulff und seinen (wenigen) Getreuen. Die mediale Hetzkampagne wurde angeprangert (Ja, das kam jüngst von Peter Hintze).

Und nun fühlt sich Wulff „verletzt“. Die Enthüllungen über weitere Fehltritte werden auf Spiegel online hoffentlich weniger werden – jetzt, da die juristische Ermittlung beginnt. Wulff ist also nun Geschichte. Seinen Platz in eben dieser hat er sich freilich anders vorgestellt. 

An dieser Stelle lohnt es sich nicht, weiter über Wulff zu schreiben. Vielmehr denke ich über das Amt des Bundespräsidenten an sich nach. Angela Merkel hat dieses Amt wie kein Kanzler vor ihr missbraucht. Die Art und Weise wie sie schon 2004 zusammen mit Guido Westerwelle beim geselligen Abendessen einen Finanzbeamten ins oberste Staatsamt gehievt hat, war eine Dreistigkeit.

Horst Köhler war bis zu dem Zeitpunkt, als er als Kandidat präsentiert wurde, in der Bevölkerung völlig unbekannt. Was hat es noch mit Demokratie zu tun, wenn eine Kanzlerin und ihr Stellvertreter in ihrer Allmacht und mit Parteizwang eine solche Entscheidung treffen können? Warum spielen die Parteien und Wahlmänner und -frauen da mit?

Kommentare (70)

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17.02.2012, 18:23 Uhr

Also doch wieder Parteipolitik. Jounalisten meinen mit ihrer Meinung politisch agieren zu dürfen. Warum unterstellt man Frau Merkel hier einen Fehltritt? Und dann noch "keinen weiteren mehr leisten" Was wollen Sie denn dann tun? Auch Frau Merkel absägen, indem Sie die Pressefreiheit für persönliche politische Zwecke missbrauchen? Herr Gabriel hatte ja einen Präsidenten angeboten, aber Frau Merkel wollte den ja nicht.... Schon erstaunlich was hier abgeht.

Sapere_aude

17.02.2012, 18:35 Uhr

Ich finde diese Kommentare von Marek Dutschke so unglaublich unoriginell, 10 Meter gegen den Wind in Pavlovscher Reflexmanier vorhersehbar, durchsichtig und intellektuell unausgegoren, dass es eigentlich nur der Name Dutschke sein kann, der für die Redaktion wichtig ist. <br/><br/>Sollte es nur der Name Dutschke sein, der hier als Leistungsausweis reicht, muß man aber feststellen, dass es genau dieses HERKUNFTSDENKEN ist, gegen das sein Vater Rudi Dutschke und viele Mitstreiter an dessen Seite zeit Lebens gekämpft haben: <br/><br/>Geburt zählt nicht. Ideen und Ideale zählen. In den Kommentaren von Marek Dutschke ist davon nichts zu sehen, aber wirklich gar nichts - nichts, dass nicht schon von jemand anderem und im Zweifel auch besser gesagt wurde.

Und Herr Dutschke, links sein heißt nicht, einfach reflexartig nachzuplappern, was andere sagen.

Pinin

17.02.2012, 18:37 Uhr

Jetzt geht das überall los:
Kinder von ehemals Prominenten müssen unbedingt mit ihren ererbten VIP-Status hausieren gehen.

Im Show-Business kennen wird das schon länger, aber im Jounalismus sollte man uns vor den geistigen Ergüssen der VIP-Kinder verschonen - das gilt außer für Dutschke-junior natürlich auch für Augstein-Junior.

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