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09.12.2011

17:12 Uhr

Oliver Stock - was vom Tage bleibt

Achtung, Guttenberg kommt zurück!

VonOliver Stock

Der Euro könnte auf dem Weg der Besserung sein und Russland auf dem Weg zu mehr Demokratie. Doch was ist das alles gegen diese Nachricht: Guttenberg kehrt zurück auf die europäische Bühne.

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Guten Abend Ihnen allen,

Euro gerettet, Europa gespalten

Es gibt einen Satz, den Journalisten aus ihrem Wortschatz streichen sollten. Er lautet: Das wird die Zeit zeigen. Nichts ist langweiliger als so ein Schluss. Heute Nacht nun haben sich die EU-Staaten auf eine Schuldenbremse in den Nationalstaaten geeinigt, die sogar vom Europäischen Gerichtshof überwacht wird. Sie haben außerdem entschieden, den Internationalen Währungsfonds aufzustocken, damit er Eurostaaten in Not beistehen kann. Die Ausleihkapazität des Krisenfonds für klamme Eurostaaten (EFSF) wird mit einem Kredithebel auf etwa 750 Milliarden Euro verdreifacht. Und der dauerhafte Krisenfonds ESM soll um ein Jahr auf Juli kommenden Jahres vorgezogen werden. Das alles steht auf der Habenseite. Allerdings wurden diese Beschlüsse teuer erkauft. Großbritannien macht nicht mit - womit der Spaltpilz in die EU eingezogen ist. Und ob eine Schuldenbremse im Angesicht einer drohenden Rezession das beste Mittel ist - darüber lässt sich auch streiten. Ob die Beschlüsse historisch waren und ob sie zu einem Wendepunkt in der Schuldenkrise beitragen, das wird die Zeit . . . . Verzeihung! Vermutlich sind sie das Maximum dessen, was verhandelbar war.

Neues Modell fürs Rating gesucht

Als Auslöser vielen Übels werden immer die Ratingagenturen beschimpft. Die Bertelsmann-Stiftung erarbeitet deswegen jetzt ein Modell für eine Non-Profit-Ratingagentur, die ausschließlich Länder bewerten soll. Kriterien sollen etwa die Reformbereitschaft und Durchsetzungsfähigkeit der Regierungen sein. Das ist mal eine praktische Forschungsarbeit, von der sich allerdings vermuten lässt: Vieler Forschung bedarf es gar nicht. So eine Agentur müsste einfach mal praktische Wirklichkeit werden.

Hoffnung für Manroland

Diese Pleite hat uns Journalisten vielleicht noch mehr interessiert als andere. Der weltweit drittgrößte Druckmaschinenhersteller Manroland musste vor zehn Tagen Insolvenz anmelden. Dass Druckmaschinen nicht mehr so gefragt sind, ist liegt in Zeiten von Online auf der Hand. Das Print-Ausgaben aber irgendwann ein putziges Relikt wie etwa ein Kassettenrecorder sein sollen - daran kann ich mich nicht gewöhnen. Deswegen freue ich mich über die Nachricht, dass offenbar einer der großen Konkurrenten das von Manroland erwerben könnte, was er braucht. Damit gibt es auch für die 6500 Mitarbeiter wieder einen Hoffnungsschimmer.

Morgenröte in Moskau

Morgen wird es in Moskau interessant. Wir hier haben uns ja längst mit einer Art Deng Xiao Putin, einem ewigen Putin also, abgefunden und hätten die Wahlen in Russland abgehakt. Die Russen aber denken offenbar anders. 34.000 von ihnen haben sich via sozialen Netzwerken zu einer Demonstration verabredet und sekündlich schwillt die Zahl derer, die kommen wollen, an. Für uns ist das eine Ohrfeige: Seit Gerhard Schröders gepflegter Männerfreundschaft zu dem russischen Machthabern, haben wir uns zu sehr einlullen lassen, zeigen uns die Protestler.

Volle Deckung!

Da passt es, dass am Montag Neelie Kroes, EU-Kommissarin für die digitale Agenda, in Brüssel Pläne zur Unterstützung von Netzaktivisten in autoritären Regimen präsentieren will. Komisch daran ist nur, dass Kroes für ihre Pläne einen Überraschungsgast als Unterstützer gefunden hat, der am Montag sogar zu ihr aufs Podium eilen will: Es ist der frühere Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, der damit auch in Europa auf die politische Bühne zurückkehrt. Am besten gehen wir in volle Deckung.

Ein erholsames Wochenende wünscht Ihnen

Oliver Stock

Kommentare (13)

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aruba

09.12.2011, 17:38 Uhr

Guten Tag Herr Stock..... Ich habe voll Schrecken Ihren ( guten ) Artikel gelesen und stellte im letzten Satz fest dass ich mir umsonst in die Hose gemacht habe. Wie Sie sehen bringt der blosse Hinweis aus diesen Gaukler unsereinen schon aus dem Gleichgewicht. Der Luemmel wird Geld fuer seinen Auftritt bekommen. ( Dabei haette er einen Tritt in den Hintern verdient ).aizBesten Dank

wone

09.12.2011, 17:45 Uhr

Der Betrüger soll beleiben wo der Pfeffer wächst

karstenberwanger

09.12.2011, 18:09 Uhr

Der Typ gehört dahin wo die anderen die noch im Amt sind auch hingehören. Für den Betrug an 80 Millionen MEnschen in den Knast.

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