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22.11.2011

17:14 Uhr

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Guten Abend liebe Leser,

Commerzbank sucht Geld

Was von der Commerzbank übrig bleibt, wenn sie noch einmal zum Staat muss - dieses Szemario haben die Märkte heute durchgespielt. Ihr Ergebnis: nicht mehr viel. Die Aktie des Geldhauses ist jedenfalls auf 1,20 gestürzt und damit in der Nähe der Werte gerückt, die nicht mehr in Euro, sondern in Cent gewogen werden. Auslöser für den Sturz war die nicht dementierte Vermutung, dass bei der Bank ein fünf Milliarden Euro großes Finanzloch klafft, das vor allem die Schuldenkrise und die Konsequenzen der Regulierer gerissen haben. Da Commerzbank-Chef Martin Blessing ausgeschlossen hat, dass er noch einmal beim Staat um Hilfe ruft, dürfte sicher sein, dass auch er nicht mehr übrig bleibt, falls der Ruf tatsächlich ertönt. Das eigentliche Drama aber wäre nicht die Personalie, sondern die Tatsache, dass auch drei Jahre nach der ersten Rettungsaktion die Bank nicht sturmfest geworden ist.

Betriebsrat sucht Ruhe

Einer,der auch geht, ist Klaus Franz. Auch er steckt in einem Unternehmen, von dem wir nicht wissen, ob es seine Zukunft nicht doch schon hinter sich hat: Opel. Klaus Franz ist dort nicht CEO. Nein, die sind gekommen und gegangen. Franz ist Betriebsratsvorsitzender und in dieser Rolle in den turbulenten zurückliegenden Jahren das Gesicht von Opel gewesen, das für Kontinuität gestanden hat. Es ist eine seltene Karriere, die Franz nun aus Altersgründen beendet. Vom Arbeitnehmervertreter zum Aushängeschild einer Firma, die nicht untergehen will.

Obama sucht den Kampf

Irgendwie tröstlich ist es, dass die USA auch keinen Deut besser sind, als wir Europäer. Washington bekommt die Schuldenkrise im eigenen Land jedenfalls nicht in den Griff. Mit unbewegten Gesicht hat Präsident Obema in die Kameras geschaut und einen Satz wie John Wayne gesprochen: „In dieser Sache wird es kein einfaches
Davonlaufen geben." Er weiß genau: Der Kampf ums Weiße Haus ist endgültig entbrannt. Die Fronten zwischen Republikanern und Demokraten sind glasklar gezogen. Die Frage, die über den Wahlsieg am 6. November entscheidet, lautet: Wer schafft es, der Gegenseite die Schuld an der Finanz- und Wirtschaftsmisere zuzuschieben? Der Sache hilft das nicht, der Politik vielleicht schon. Wäre es nicht ein so uraltes Muster, wäre es zum Heulen.

Facebook sucht neue Produkte

Geteiltes Leid ist aber halbes Leid. Niemand weiß das besser als Facebook-Fans, die alles im Leben 1000fach (mit)teilen. Das weltweit größte Internetnetzwerk soll mit einem taiwanesischen Hersteller an einem eigenen Smartphone arbeiten. Das Modell soll für die Bedürfnisse von Facebook-Nutzern konzipiert sein und frühestens in zwölf Monaten auf den Markt kommen. Das Spannende wird sein, ob es gelingt, den Hype um Facebook auf ein Produkt zu übertragen, das dann auch jeder haben will.

Lexikon sucht Frau

Das Online-Lexikon Wikipedia ist bislang ein nahezu reiner Männerverein. Bei dem Mitmach-Projekt schreiben Männer aus ihrer Sicht - und deswegen meistens für Männer. Mit einem benutzerfreundlicheren Programm zur Bearbeitung von Artikeln will Wikipedia nun mehr Frauen anlocken. Bis Ende des Jahres sei ein Prototyp der neuen Software hoffentlich fertig, sagte Sue Gardner, Geschäftsführerin der Wikimedia-Stiftung, die das Online-Lexikon betreibt. „Die Forschung zeigt, dass Männer eher Technologie als Spaß empfinden und lernen“, sagt Gardner. Achtung, liebe Frau Gardner! Ziehen sich nicht den Gram ihrer Geschlechtsgenossinnen zu. Wenn die hören, dass Männer manches leichter lernen, hört bei ihnen der Spaß möglicherweise auf.

Ich wünsche Ihnen keinen spaßfreien Abend

Herzlichst Oliver Stock

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