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24.11.2011

18:33 Uhr

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Guten Abend liebe Leser,

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Da gab es mal ein Fünkchen Hoffnung, dass darin bestanden hatte, dass sich die bereits geretteten Schuldenstaaten nicht alle dermaßen desaströs entwickeln wie Griechenland. Es war so still zum Beispiel um Portugal geworden. Heute hat dann ein Knall die Stille zerrissen und die Hoffnung zerstört. Die Ratingagentur Fitch  malt für das kommende Jahr pechschwarz. Die Bonitätsnote Portugals werde von „BBB-„ um eine Stufe auf „BB+“ zurückgenommen. Damit ist Portugal auf Ramschniveau gesunken, und die Retter müssen sich auf die nächsten Wiederbelebungsversuche einstellen.

Er kommt, er kommt nicht, er kommt . . .

Der Fall Portugal war Stoff für das Treffen von Nicolas Sarkozy und Angela Merkel. „Angela, wir brauchen Euro-Bonds“, könnte er gesagt haben. „Nicolas, nur über meine Leiche“, hat sie vermutlich erwidert. Ganz so weit wird es nicht kommen. Ich wette, dass Frau Merkel noch zu Lebzeiten mitbekommt, wie die europäische Staatsanleihe eingeführt wird.

Tschüss VW-Gesetz

Auch auf einem ganz anderen Feld will die EU Geld aus Deutschland. Es geht um einen uralten Streit – nämlich um das VW-Gesetz. Es verhindert, dass irgendjemand das Land Niedersachsen im Aufsichtsrat von VW niederstimmen kann und ist natürlich ein lange gepflegter Schrebergarten staatlicher Industriepolitik. So etwas kann die EU auf Dauer nicht dulden. Bisher hatten sich die deutschen Lobbyisten und unter ihnen vor allem die Ministerpräsidenten aus Niedersachsen, die es sich VW-Aufsichtsrat gemütlich gemacht haben, erfolgreich gegen eine Abschaffung gewehrt. Nun soll Widerstand mit einem Millionenbußgeld gebrochen werden.

Im Westen nichts Neues

Der Plan der  Deutschen Telekom, die US-Tochter zu verkaufen, rückt in immer weitere Ferne. Weil die Aufsicht in den USA nicht mitspielt, wenn die Telekom ihr Geschäft an einen Konkurrenten verkauft, der dann zu einer fast marktbeherrschenden Stellung, haben Obermann & Co. ihren Verkaufsantrag heute zurückgezogen. Damit droht der wichtigste Baustein zu kippen, mit dem die Telekom sich gesund sparen wollte. Der Kommunikationsriese wirkt immer einfallsloser, wenn es darum geht, über Geschäftsfelder zu sprechen, die wirklich wachstumsträchtig sind.

Mann von gestern – Mann von morgen?

Einfallslos ist auch Klaus Wowereit seit längerem. Nach einem Wahlkampf mit Teddybären hat er nun mit der CDU eine Regierung gebildet und sich in seinem Amt als Regierender Bürgermeister von Berlin bestätigen lassen. Große Koalitionen wie die in Berlin sind oft Vorboten des politischen Wechsels. Es ist nicht schwer, vorherzusagen, dass die politische Zukunft Wowereits kürzer dauert, als jene Zeit, die er in seinem Amt nun schon hinter sich hat.

Einen schönen Feierabend wünscht Ihnen

Oliver Stock

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