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24.01.2010

11:52 Uhr

Private-Equity-Deal

Nervenkitzel gefällig?

VonNeil Unmack

Die Private Equity-Firmen Apollo und Cerberus haben sich mit Goldman Sachs zusammengeschlossen, um sich eine Portion nachrangiger Schuldtitel von Gala Coral einzuverleiben. Aber wenn sie Erfolg haben, haben sie sich Gala zum Schnäppchenpreis gesichert.

Gala Coral scheint dazu bestimmt zu sein, fortwährend von einem Finanzinvestoren zum anderen zu wandern. Die Beteiligungsgesellschaften Cinven und Candover hatten den Betreiber von Bingo-Hallen, Wettbüros und Casinos im Jahr 2003 gekauft und später einen Anteil an Permira weitergereicht. Die drei Besitzer hatten Gala Verbindlichkeiten über 2,5 Mrd. Pfund Sterling aufgebürdet und jetzt läuft die Gruppe Gefahr, die Kreditvertragsklauseln zu brechen.

Ein jüngster Umschuldungsversuch, der von ICG und Park Square, von zweien der nachrangigen Gläubiger der Gruppe, angeführt wurde, schlug fehl, nachdem die vorrangigen Kreditgeber darauf bestanden hatten, sie sollten dem Unternehmen mehr Geld zuführen. Jetzt ist ICG ausgestiegen und hat seine Beteiligung über 130 Mill. Pfund für 69 cts je Dollar an Apollo, Cerberus und Goldman Sachs verkauft.

Die neuen Investoren gehen ein Risiko ein. Aber wenn ihre Strategie aufgeht, dann werden sie sich Gala Coral zu einem weit niedrigeren Preis gesichert haben, als wenn sie einen völlig neuen Deal auf die Beine gestellt hätten.

Mit dem Kauf des ICG-Anteils gelangt die Gruppe in den Besitz von Schuldtiteln von Gala, deren Umfang ausreicht, um andere Umstrukturierungen zu blockieren. Damit sollten Apollo und Konsorten in der Lage sein, einen "loan to own"-Handel in Angriff zu nehmen, bei dem die neuen Geldgeber ihre Schuldtitel gegen Eigenkapital eintauschen.

Doch ganz aus dem Schneider sind sie noch nicht. Die Geier-Fonds werden noch die Zustimmung der vorrangigen Gläubiger einholen müssen. Das könnte bedeuten, dass sie mindestens 150 Mill. Pfund locker machen müssen - das ist der Betrag, den die vorrangigen Gläubiger gemäß dem vorhergehenden Plan von den nachrangigen Gläubigern verlangt hatten. Die Gruppe um Apollo wird sich zudem mit anderen nachrangigen Gläubigern auseinander setzen müssen, die entweder frisches Geld beisteuern oder, wie ICG, verkaufen müssen.

Aber wenn sie sich durchsetzen, werden die neuen Investoren letztendlich eine Mehrheitsbeteiligung an einem Unternehmen besitzen, das einen Gesamtwert von bis zu 2,6 Mrd. Pfund umfasst, wenn man das für die Glücksspielbranche übliche Achtfache des Ergebnisses vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen des vergangenen Jahres zu Grunde legt.

Der Wert des Eigenkapitals der Apollo-Gruppe hängt von der Umstrukturierung ab und davon, wie viel Geld sie noch aufwenden müssen. Bis jetzt haben sich die Interessenten allerdings in eine äußerst günstige Ausgangslage manövriert und dabei nur relativ wenig investiert.

Alles in allem ist dies ein ansehnlicher Coup. Denn wenn die Geier-Fonds einen neuen Deal auf die Beine stellen wollten, um eine ähnliche Firma zu kaufen, hätten sie große Mühe damit, die Banken dazu zu überreden, ihnen viel mehr als eine Mrd. Pfund an Krediten zu gewähren.

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