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18.01.2012

10:28 Uhr

Professor Chiffre

Erfolgreich altern

VonBert Rürup

Alterung frisst Produktivität. Dieser Wohlfahrtsverlust ist allerdings kein unentrinnbares Schicksal. Ihm kann begegnet werden, indem mehr Frauen voll arbeiten und das Bildungssystem verbessert wird.

Bert Rürup – Prof. Chiffre. Bert Rürup hat fast 30 Jahre lang die Bundesregierung beraten

Bert Rürup – Prof. Chiffre. Bert Rürup hat fast 30 Jahre lang die Bundesregierung beraten

Am 13. Januar meldete das Statistische Bundesamt, dass dank gestiegener Zuwanderungen der Bevölkerungsrückgang gestoppt und erstmals seit acht Jahren die Einwohnerzahl in Deutschland wieder gestiegen sei – um 50.000 Menschen. Da nicht wenige Menschen glauben, dass das Schrumpfen unserer Bevölkerung der Hemmschuh für die Entwicklung unseres künftigen Wohlstands sei, jubelten einige Zeitungen über diese Meldung.

Der Kern unseres demografischen Problems besteht jedoch nicht im Bevölkerungsrückgang, sondern in der doppelten Alterung als Folge niedriger Geburtenraten und einer steigenden Lebenserwartung. Dass in den nächsten 40 Jahren die Einwohnerzahl von derzeit 81 Millionen um etwa 13 Prozent auf dann knapp 70 Millionen zurückgehen wird ist nicht das eigentliche Problem. Sehr viel wichtiger ist der Befund, dass die Zahl der Erwerbspersonen, d. h. der Menschen im Alter zwischen 20 und dem gesetzlichen Renteneintrittsalter im gleichen Zeitraum, von derzeit rund 50 Millionen auf 36 Millionen abnehmen wird. Das sind fast 30 Prozent.  

Der Wohlstand einer Nation bemisst sich nicht an der absoluten Größe der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung, sondern am Bruttoinlandsprodukt pro Kopf. In den vergangenen 30 Jahren belief sich bei uns das gesamtwirtschaftliche Produktivitätswachstum je Erwerbstätigenstunde auf knapp 1,8 Prozent pro Jahr. Schreibt man diesen Trend fort, würde der Wachstumsspielraum für das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf im Vergleich zur Vergangenheit um nahezu ein Drittel reduziert – nicht als Folge des Rückgangs der Bevölkerung, wohl aber als Folge der Alterung.

Kommentare (6)

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Logo23

18.01.2012, 13:28 Uhr

Schaffung altersgerechter Arbeitsplätze und eine leicht sinkende Tarifentlohnung ab einem bestimmten Alter als Ausgleich für die mit dem zunehmenden Alter in den "Anfangsjahren" gestiegenen Löhne. Das könnte ab dem 45. Lebensjahr z.B. stattfinden. Dann würde die verlängerte Lebensarbeitszeit auch von den Betrieben umgesetzt werden !

Kalej

18.01.2012, 14:35 Uhr

Der Herr Rürup schreibt hier Beiträge und bekommt leider ein Forum geboten. Allerdings hat er allein durch seine Nähe zur Finanzwirtschaft ein verworrenes Produkt, die Rürup-Rente, geschaffen, die nur den Versicherungen, nicht aber dem Kunden nutzt. Hier wurde eine große Gelegenheit verpasst der Altersarmut entgegenzuwirken und stattdessen Klientelpolitik gemacht.
Siehe ARD-Beitrag „ARD-exclusiv“ Maschmeyer, Riester, Rürup & Co

Radiputz

18.01.2012, 17:39 Uhr

Ein Schwachsinn sondersgleichen. Natürlich fehlen die nicht geborenen Kinder, die auf Grund ihres Nichtvorhandenseins auch keine zukünftige Größe auf dem Arbeitsmarkt sind und die Alten müssen genau deshalb bis zum St.Nimmerleinstag arbeiten.

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