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07.03.2012

07:50 Uhr

Professor Chiffre

Rente mit 67 – verkannte Rentenerhöhung

VonBert Rürup

Dass es sich um eine verkappte Rentenkürzung handelt, ist ein beliebtes Argument gegen die Rente mit 67. Umgekehrt wird eine Schuh draus, schreibt Bert Rürup.

Bert Rürup – Prof. Chiffre. Bert Rürup hat fast 30 Jahre lang die Bundesregierung beraten

Bert Rürup – Prof. Chiffre. Bert Rürup hat fast 30 Jahre lang die Bundesregierung beraten

„Die Rente mit 67 ist nichts als eine verkappte Rentenkürzung!“ Die gebetsmühlenartige Wiederholung dieses Mantras durch die Gewerkschaften, Sozialverbände, DIE LINKE und sogar von Teilen der SPD macht diese Parole nicht richtig. Zutreffend ist, dass die „Rente mit 67“ – bedingt durch die dann anfallenden höheren Abschläge – Renteneinbußen für alle diejenigen bedeutet, die nicht länger arbeiten können oder wollen.

In den regierungsseitigen Berechnungen wurde dieser Anteil der von dieser Heraufsetzung der gleitenden Regelaltersgrenze betroffenen Arbeitnehmer mit 30 Prozent angesetzt. Diesen zu erwartenden Einbußen eines Teils der Arbeitnehmer stehen aber eine Reihe die Rentenzahlbeträge erhöhende Effekte gegenüber.

Wer länger arbeitet, erhält eine höhere Zahl von Entgeltpunkten und damit einen höheren Rentenanspruch. Zwei zusätzliche Erwerbsjahre führen zu einer um etwa 4,5 Prozent höheren Monatsrente. Und da der Nachhaltigkeitsfaktor in den geltenden Rentenanpassungsformel – vereinfacht die Relation von Rentnern und Beitragszahlern – sich beim Renteneintrittsalter von 67 Jahren weniger dämpfend auf die Rentenanpassung auswirkt als bei der Regelaltersgrenze von 65 Jahren, werden im Jahr 2030 die Rentenzahlbeträge um 1,4 Prozentpunkte und damit das Rentenniveau um 0,6 Prozentpunkte höher sein als bei Beibehaltung der Altersgrenze von 65 Jahren. Warum deshalb die Sozialverbände – als Interessenvertretung der Bestandsrentner – gegen die Verlängerung der Lebensarbeitszeit sind, bleibt deren Geheimnis.

Kommentare (33)

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Account gelöscht!

07.03.2012, 07:57 Uhr

...man muß es alles nur "richtig" erklärt bekommen, dann versteht man es auch... ;-)

Wir_sind_das_Volk

07.03.2012, 08:19 Uhr

...und der Himmel ist rosa, man muss nur lange genug daran glauben.

Politikverdrossener

07.03.2012, 08:23 Uhr

Um zu wissen, dass meine Rente höher ausfällt, wenn ich zwei Jahre länger einzahle, bedarf es keiner großen Erklärung.

Und um zu wissen, dass, wenn ich früher in Rente gehe, die Rente mit 67 faktisch einer Rentenkürzung gleich kommt, bedarf es ebenfalls keiner Erklärung.

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