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18.04.2012

08:50 Uhr

Professor Chiffre

Richtige Politik - Falsche Begründug

VonBert Rürup

Die Präventionsmedizin spart keine Kosten im Gesundheitssystem. Dennoch ist sie gerechtfertigt, weil sie der günstigste Weg ist, um Lebensqualität und Lebenserwartung zu erhöhen.

Bert Rürup – Prof. Chiffre. Bert Rürup hat fast 30 Jahre lang die Bundesregierung beraten

Bert Rürup – Prof. Chiffre. Bert Rürup hat fast 30 Jahre lang die Bundesregierung beraten

Als Ulla Schmidt in ihrer Zeit als Bundesgesundheitsministerin der Großen Koalition versuchte, ein Präventionsgesetz - wie im Koalitionsvertrag vom 12. November 2005 vereinbart - auf den Weg zu bringen, haben sich die Unionsparteien mit Vehemenz dagegen gesträubt und dies verhindert. Nun wurde bekannt, dass die amtierende schwarz-gelbe Bundesregierung "durch gesetzliche Regelungen" darauf hin wirken will, dass alle Präventionsträger ihre Bemühungen intensivieren und besser abstimmen sollen. Zudem sollen den Krankenkassen im Vergleich zum Status quo doppelt so viele Mittel - nämlich 400 Millionen Euro- für Präventionsprogramme zugewiesen werden.

Das ist gut und richtig; denn davon ist ein positiver Beitrag zu den beiden wichtigsten gesundheitspolitischen Zielen - nämlich die Verlängerung der Lebenserwartung und eine Verbesserung der Lebensqualität - zu erwarten. Falsch und irreführend ist es allerdings diese präventionspolitische Initiative mit zu erwartenden Einsparungen zu begründen. "Kassen sollen mit Prävention Geld sparen" titelte DIE WELT. In Tat und Wirklichkeit ist aber das Gegenteil zu erwarten. Prävention erlaubt es, einzelne Krankheiten zu verhindern (z.B. lebensstilbedingte Diabetes durch Ernährungsaufklärung) oder bei frühzeitiger Erkennung durch Vorsorgeprogramme (z.B. Prostatakrebs) kostengünstiger zu behandeln.

Nur, die Verhinderung einer Krankheit - sei es Kinderlähmung durch Polioimpfung oder Dickdarmkrebs durch regelmäßige Darmspiegelungen - ist nicht gleichbedeutend mit einer finanziellen Entlastung des Gesundheitssystems geschweige denn des Systems der sozialen Sicherung. Schließlich macht jede verhinderte oder erfolgreich behandelte Erkrankung Raum für andere Erkrankungen und ändert auch nichts daran, dass die Menschen mit steigendem Lebensalter krankheitsanfälliger werden.

Kommentare (4)

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blackstone13

18.04.2012, 10:21 Uhr

Richtige Lobbyisten - Falsche Kommentare

Liebes HB,

wie lange quält ihr noch den Leser mit den "Kommentaren" des Maschmeyer-Lobbyisten Rürup?

Welche Interessen dieser verfolgt, hier:

http://www.youtube.com/watch?v=DTkh9YEmfkM

LG
Blackstone13



Baier

18.04.2012, 10:29 Uhr

rechtfertigt irgend etwas die Präsenz dieses Lobbyisten im HB? Ich meine nein! Die Glaubwürdigkeit von Rürup ist nahe dem Gefrierpunkt!

Dr.NorbertLeineweber

18.04.2012, 11:18 Uhr

Herr Prof. Rürup, hören Sie auf zu kommentieren, sie scheinen an einer Kranheit zu leiden, wenn sie schon einmal Prävention betrieben haben. Das ergibt sich aus der Schlussfolgerung: "Schließlich macht jede verhinderte oder erfolgreich behandelte Erkrankung Raum für andere Erkrankungen." Also von einem Mediziner kann diese ärtzliche Diagnose nicht kommen. Mit der Behandlung von Krebs schafft man Raum für Altersdiabetes? Welche Ihrer Krankheiten ließen sie denn erfolgreich behandeln, und welcher Krankheit haben Sie damit zum Durchbruch verholfen? Ihre Argumentation ist so abgefahren, dass man hier auf eine Störung im kognitiven Bereich tippen müsste. Entweder sind Ihre Beiträge aus der Feder Ihrer Sekretärin, oder Ihnen erschließt sich die eigne Interpretation nicht mehr.

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