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30.05.2012

07:37 Uhr

Professor Chiffre

Schuster, bleib bei deinem Leisten

VonBert Rürup

Vom jüngsten Deutschen Ärztetag gibt es Erstaunliches zu berichten. Besonders über den Vorschlag, die Bundesärztekammer solle ein eigenes Finanzierungskonzept entwickeln. Eine medizinische Aufgabe ist das wohl kaum.

Bert Rürup – Prof. Chiffre. Bert Rürup hat fast 30 Jahre lang die Bundesregierung beraten

Bert Rürup – Prof. Chiffre. Bert Rürup hat fast 30 Jahre lang die Bundesregierung beraten

Der diesjährige 115. Deutsche Ärztetag, der am 25. April endete, war eine in dreifacher Hinsicht bemerkenswerte Veranstaltung: 1. Dem neuen Präsidenten Frank Ulrich Montgomery brandete frenetischer Applaus entgegen, als er den (nicht anwesenden) Gesundheitsminister Daniel Bahr für seine Politik lobte. Wann es zuletzt so ein kräftiges kollektives Lob der Politik durch die Ärzte gegeben hat, muss sehr lange zurück liegen.

2. Bislang galt die Einzelpraxis als unantastbares und mit aller Kraft zu verteidigende Symbol der ärztlichen Freiberuflichkeit. Nun stellte Max Kaplan, der Präsident der bayrischen Ärztekammer, dezidiert fest: "Die Einzelpraxis ist ein Auslaufmodell....  Nur über kooperative Versorgungsstrukturen lässt sich die Versorgung in der Zukunft sicherstellen“. Auch so etwas hatte man bislang auf einem Ärztetag nicht gehört.

3. Da die von der Politik vorgestellten Pläne zur Finanzierung des Gesundheitssystems "kein zukunftsfähiges Konzept erkennen" ließen, wurde die Bundesärztekammer von den Delegierten aufgefordert, bis 2013 ein eigenes Konzept für die Finanzierung des Gesundheitswesens zu entwickeln, ein Konzept, in dem die private Krankenvollversicherung eine wichtige Rolle spielen soll.

Ein nahezu uneingeschränktes Lob für einen amtierenden Gesundheitsminister auf  einem Ärztetag ist so selten, dass ein intelligenter Mann wie Daniel Bahr darüber ins Grübeln gekommen sein könnte. Der Abgesang an die Einzelpraxis als Standardmodell der ambulanten Versorgung war angesichts des demografischen Wandels wie der medizintechnischen Entwicklung eine überfällige Referenz an die Realität.

Kommentare (3)

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blackstone

30.05.2012, 09:12 Uhr

Rürup, bleib bei deinem Leisten

http://www.youtube.com/watch?v=DTkh9YEmfkM

Der Maschmeyer-Lobbyist Rürup macht sich nun Sorgen um die Ärzteschaft. Und um Finanzierung. Achja. Wers glaubt.

Ansonsten werden "Rentenpapiere", "Versicherungen" und "Wertanalagen" von AWD und Co. an den Mann gebracht.

Herr Rürup, entscheiden Sie sich!

LG
Blackstone

Dominik

30.05.2012, 21:24 Uhr

Bei Ihnen muss es Prof. Lobby heissen.
Ich werde die Filmsequenz nicht mehr los, als Herr Ruerup Herrn Maschmeyer ein Geschenk zu irgendeinem "Firefanz Anlass" ueberreichte. Abstossender kann Anbiederung nicht sein. Was will dieser Finanzknecht der Menschheit sagen ?
Geh zu Papi in die Drueckerkolone und halte deine Fr...

togobongo

31.05.2012, 19:24 Uhr

Lieber Herr Rürup!
3 Jahrzehnte habe die gesundheitsökonomischen Experten nichts erreicht! Herzlichen Glückwunsch. Ärzte jedoch dazu zu verdammen, den Mund zu halten, damit die allenfalls Mittelmässigkeit der Gesundheitsexperten nicht auffällt, ist nicht wirklich clever. Die Besten der Abiturjahrgänge, die auch noch vom Fach sind, von kreativem Denken abzuhalten, spricht nur für Ihre Angst. Dann dürften Ingenieure ja auch keine Automobilkonzerne führen - machen sie aber (und in D besonders erfolgreich) - also: Ihre Einlassung ist Quatsch. Ein paar praktische Tips: zivilisationsassoziierte Krankheiten sind f ca. 70% unserer Gesundheistkosten verantwortlich (Rauchen, falsche Ernährung, Alkohol, Bewegungsmangel, Stress). Dieses Risiko kann man in der Versicherung individuell berücksichtigen, man kann Betriebssport mit mehr direkter Einwirkung bei Arbeitnehmern fördern, usw - dann ist auch eine alternde Bevölkerung gesünder! Die Med Versorgungszentren sollen alles richten - schon mal daran gedacht, dass das nie funktionieren wird? Da arbeiten Ärzte nur 8 Std. am Tag und nicht wie in der Nierelassung 12 - 16! Und dann noch der Verwaltungswasserkopf - die Dinger werden also nie gescheid funktionieren - es machen auch zunehmend welche Pleite. Von uns Ärzten könnten Sie noch viel lernen. Übrigens zum Thema Qualifikation: Es gab und gibt viele, die sich nicht für ein Medizinstudium qualifizieren. Eine Großzahl derer fuindet man dann häufig unter BWL-Studenten oder Juristen. Woher holen die später eigentlich Ihre Arroganz, zu glauben, sie wären die besseren Experten. Jahrzehnte keine durchschlagenden Lösungen geliefert - jetzt mal ruhig die Ärzte ranlassen!! Habe die Ehre.

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