Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.06.2012

10:22 Uhr

Professor Chiffre

Wenn Ikonen streiten

VonBert Rürup

Thilo Sarrazin und Sahra Wagenknecht führen ein Streitgespräch über die Euro-Krise. Allerdings geht keiner auf die Argumente des anderen ein, beide reden konsequent aneinander vorbei.

Bert Rürup – Prof. Chiffre. Bert Rürup hat fast 30 Jahre lang die Bundesregierung beraten

Bert Rürup – Prof. Chiffre. Bert Rürup hat fast 30 Jahre lang die Bundesregierung beraten

Der Aufmacher der aktuellen Wirtschaftswoche war das „Streitgespräch Wagenknecht contra Sarrazin“. Das Bemerkenswerte daran war, dass sich die Kontrahenten auf fünf Textseiten redlich bemühten, nicht auf die Behauptungen und Argumente des/der Anderen einzugehen. Zwei Kostproben:

Sarrazin: „Viele haben nicht verstanden, was es bedeutet, eine gemeinsame Währung zu haben.“ Sahra Wagenknecht fragte nicht nach, was denn namentlich die südeuropäischen Länder nicht verstanden hätten, und Thilo Sarrazin verschwieg, dass in einer Währungsunion der Zins und Wechselkurs als nationale Politikinstrumente entfallen und daher der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik, vor allem aber der Lohnpolitik eine entscheidende Verantwortung für die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und des Wirtschaftsstandorts zukommen.

Wagenknecht: Die Rettungsschirme „retten (...) nur den Finanzsektor. Die Mehrheit der Griechen wird zur Kasse gebeten für Staatsschulden, für deren Entstehung sie nicht verantwortlich ist (...). Eine reiche Oberschicht (...) hat profitiert und internationale Banken, die hohe Zinsen auf griechische Staatsanleihen kassiert haben (...). Sie sollen auch für die Konsequenzen haften.“

Vom gelernten Volkswirt Sarrazin hätte man die Gegenfrage erwartet, ob Frau Wagenknecht wirklich glaubt, dass es den einfachen Griechen besser ginge und ihr Land schneller aus der Krise käme, wenn ihr Banken- und Kreditsystem kollabiert.

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

blackstone

06.06.2012, 11:31 Uhr

Maschmeyer, Maschmeyer, Maschmeyer, ...

Der Maschmeyer-Lobbyist Rürup gibt jetzt schon "Kommentare" zur Euro-Debatte ab. Tolle Idee. Hat bis jetzt ja noch niemand gemacht.

Maschmeyer ist leider grad nicht da und da sitzt er dann und muss sich selber was einfallen lassen:

" Hmm, was mach ich nur? Ach, geh ich mal online und surf ein bisschen.

Och, was ist den das auf WIWO-Online? Ach, ein Streitgespräch zwischen Sarrazin und Wagenknecht. Ha, das nehm ich jetzt auseinander, schreib ein paar nichtssagende Zeilen, davon die Hälfte direkte Zitate, und verkauf den "Artikel" an das HB.

Maschmeyer wird staunen, wie ich aus nichts Geld mache."

LG
Blackstone

Dominik

06.06.2012, 16:42 Uhr

Der devote Marschmeyer Lobbyist, schlimm genug das so ein Mann die Bundesregierung beraten hat. Da ist mir. Gehen sie in Rente alter Mann !

Manfred

16.06.2013, 19:11 Uhr

Herr Rürup, wer ist denn das? Zu den Top 100 Ökonomen des Handelsblatts gehört er nicht. Er ist vermutlich durch sein niedersächsisches Schröder/SPD Ticket zum Regierungsberater ernannt worden. In Sachen Rente hört man nur die Forderung nach mehr Steuerzuschuß in die Rentenkasse. Wohl wissend, dass dies nicht funktioniert. Aber dann gibt es ja die staatl. subventionierte Versicherung! Wie wäre es denn mal mit Innovation, a la Schweiz Herr Rürup?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×