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07.01.2010

07:00 Uhr

Schon komisch

Das rheinische Kreditgesetz

VonFlorian Kolf

Das Festkomitee Kölner Karneval hat jetzt als neuen Sponsor das Schweizer Inkasso-Unternehmen „Intrum Justitia“ gewonnen. Manchmal wächst wirklich zusammen, was zusammengehört.

Manchmal wächst wirklich zusammen, was zusammengehört. Das Festkomitee Kölner Karneval hat jetzt als neuen Sponsor das Schweizer Kreditmanagement-Unternehmen "Intrum Justitia" gewonnen. Da lacht nicht nur das Narrenherz. Denn was uns die Bankenkrise über den allzu sorglosen Umgang mit Krediten gelehrt hat, das hätte ein Blick in das vom Kabarettisten Konrad Beikircher zusammengestellte "Rheinische Grundgesetz" schon vorher viel billiger enthüllt: "Wat fott es, es fott" heißt es da in Artikel 4 lapidar, übersetzt für Nicht-Kölner in etwa "Was weg ist, ist weg, jammere den Dingen nicht nach". Und auch den rechtzeitigen Eingriff des Staates bei den massiven Kreditausfällen hat Artikel 3 trefflich vorhergesagt: "Et hätt noch immer jot jejange."

Doch spätestens nach Karneval dürfte so manchem kölschen Jeck das Lachen vergehen. Nämlich wenn "Intrum Justitia", das auch als Inkassobüro unterwegs ist, bei ihm vor der Tür steht und offene Rechnungen einfordert. Dann wird es höchste Zeit, einen alten Kölner Karnevalsschlager anzustimmen: "Dreimol null is null, bliev null ?"

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