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19.01.2010

16:51 Uhr

Schon komisch

Der gewiefte Barroso

VonEric Bonse

Erst langsam wird der schlaue Plan von EU-Kommissionschef José Manuel Barroso klar: Er wollte den Bulgaren bloß helfen, ihr Gesicht zu wahren, weil sie die designierte EU-Kommissarin Rumiana Jeleva noch als Außenministerin brauchen. Hut ab!

In Brüssel ticken die Uhren anders, das ist bekannt. Doch dass die Brüsseler Leitung so lang ist, hätten wir nun auch wieder nicht gedacht. Eine geschlagene Woche brauchte EU-Kommissionschef José Manuel Barroso, um sich von seiner designierten Kommissarin Rumiana Jeleva zu trennen. Dabei war von Anfang an klar, dass die Bulgarin ihrer Aufgabe nicht gewachsen ist. Bei ihrer Anhörung im Europaparlament verwickelte sie sich nicht nur bei Aussagen zu ihrem Privatvermögen in Widersprüche. Sie wusste auch auf einfachste Fragen zu ihrem künftigen Fachgebiet – der humanitären Hilfe – keine Antwort.

Man musste sich schon taub stellen, um das zu ignorieren. Dennoch stärkte Barroso ihr noch am Wochenende den Rücken. Böse Zungen behaupten, er habe sich wieder einmal verrannt – wie vor fünf Jahren, als er einen homophilen Kandidaten namens Rocco Buttiglione retten wollte. Die Wahrheit ist aber viel banaler: Barroso wollte den Bulgaren bloß helfen, das Gesicht zu wahren. Schließlich wird Jeleva in Sofia noch gebraucht: als Außenministerin. Deshalb hat sie Barroso geschont – gewieft ist der Mann! Eric Bonse

bonse@handelsblatt.com

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