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22.01.2010

06:00 Uhr

Schon komisch

Ganz haarige Kriterien

VonMathias Brüggmann

Gut, dass Deutschland eine Kanzlerin hat. Das erspart uns und unseren Politikern Bart- und Haardebatten wie sie unsere Nachbarn in Polen und Russland führen.

Gut, dass Deutschland eine Kanzlerin hat. So löst die Frage, ob die Regierungschefin eine neue Frisur trägt oder einen neuen Figaro an ihre Haarpracht heranlässt, allenfalls Rauschen in den Klatschblättern aus. Anders bei unseren östlichen Nachbarn, wo Haare und Bärte hohe Politik sind.

So wird Sejm-Marschall Bronislaw Komorowski ernsthaft als Präsidentschaftskandidat gehandelt – seit gestern im polnischen Unterhaus nur sein plötzlich abgenommener Bart diskutiert wurde. Komorowski und nicht sein Parteichef, Premier Donald Tusk (bartfrei), werde im Herbst Staatschef Lech Kaczynski (auch ohne Bart) herausfordern. Markenzeichen des ersten frei gewählten polnischen Präsidenten Lech Walesa war natürlich dessen gewaltiger Schnauzer. Er scheiterte, und seither geht's in Warschau bartfrei zur Sache.

Auch in Russland wurde haarig-ernsthaft politisch erörtert, ob nach dem Wechselspiel der Glatzköpfe und Vollhaarträger Lenin, Stalin, Chruschtschow, Breschnew, Gorbatschow und Jelzin wieder ein Kahlkopf die Macht erobere. Es wurde mit Putin ein Behaarter – allerdings leidet er inzwischen massiv unter Haarausfall.

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