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03.01.2010

17:44 Uhr

Schon komisch

Transparenz der besonderen Art

VonThomas Ludwig

Was uns neu gezüchtete Goldfische an japanischen Universitäten noch alles zeigen könnten bei unserer prüden Diskussion über Nacktscanner und darüber hinaus.

Hand aufs Herz: Würden Sie sich weigern, vor einen Nacktscanner zu treten? Wen sollte die Blinddarmnarbe interessieren? Oder der Rettungsring um die Hüfte? Das Intimpiercing? Sehen Sie, liebe Datenschützer, wir Deutschen sind doch gar nicht so prüde. Keine Entblößung ließe so tief blicken, als dass Schamhaftigkeit zu einem ernsthaften Problem werden dürfte.

Deshalb sehen wir nun mit großem Interesse nach Japan. Dort nämlich haben Forscher Goldfische gezüchtet, deren Schuppen und Haut durchsichtig sind – jeder kann ihre Organe und Muskeln sehen. Zwei Jahre benötigten die Wissenschaftler der Universitäten Mie und Nagoya, um die transparenten Tiere zu züchten. Nun erwarten sie eine große Nachfrage nach den Fischen für Studienzwecke.

Was das für die internationale Sicherheit bedeutet? Nacktscanner könnten bald schon ganz schön alt aussehen. Eine durchsichtige Funktionskleidung müsste schließlich machbar sein. Oder der gläserne Körper: arme Security-Leute, die den Mitmenschen bei der Verdauung zusehen müssen. El Kaida hat das alles eingeplant – wie perfide! Thomas Ludwig

ludwig@handelsblatt.com

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